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Schanigärten blühen wieder auf

Heidenkummer, 1080 Wien
Heidenkummer, 1080 Wien
Seit heute hat ein ur-wienerisches Vergnügen wieder Saison: Die Schanigärten sperren erstmals in diesem Jahr auf - mit tatkräftiger Unterstützung von Bürgermeister Häupl.

Während mancher noch mit der Umstellung auf Sommerzeit kämpft, sind die Schanigärten wachgeküsst. Heute Vormittag wird die Saison offiziell eröffnet. Und: Wie jedes Jahr laufen in den Bezirken Debatten, wie lange geöffnet sein darf.

23 Uhr ist offziell Sperrstunde – meistens!

Auch wenn das Wetter noch nicht ganz mitspielt: Die ersten Eisbecher und Bierkrüge beginnen aus den Schanigärten zu sprießen, Flirten und Hinterherschauen werden wieder leichter. Viele Anrainer halten aber die Störung der Nachtruhe zu späterer Stunde für eine Zumutung.

Offiziell schließen die Schanigärten in Wien um 23.00 Uhr, was Gäste oft ärgert. Manche Lokale dürfen jedoch auch heuer wieder länger aufgesperrt haben. In der Hauptzeit zwischen Mitte Juni und Mitte September darf je nach Bezirk und Lage sogar bis Mitternacht draußen gesessen werden – wohl auch in der Inneren Stadt.

Eine Ur-Wiener Bezeichnung

Rund 1.800 Schanigärten gibt es Wien, 600 davon in der Innenstadt. Und sogar der Begriff Schanigarten stammt aus Wien. Nur der Ursprung ist nicht geklärt: Eine Herleitung kommt von “Giannis Garten”, der wohl um das Jahr 1750 am Graben einer der ersten Gastgärten auf der Straße war.

Häupl und Jank tragen symbolisch die erste Garnitur nach draußen

Wenn in Wien die ersten Bäume frühlingshaft knospen, machen sich Bürgermeister Michael Häupl (S) und Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank traditionell auf, den ersten Schanigartentisch ins Freie zu tragen. Damit gilt die Schanigärtensaison offiziell als eröffnet. Er wisse natürlich, dass die Schanigärten schon länger vor den Lokalen stünden, meinte Häupl: „Ich bin ja nicht blind.“ Trotzdem sei eine offizielle Eröffnung immer wieder schön.

Schließlich sei das Kaffeehaus essenziell für die Wiener Seele. Wer brauche eine Psychoanalyse, wenn er ins Kaffeehaus gehen könne, sinnierte Häupl im heuer zur Eröffnung auserkorenen Cafe Raimund unweit des Volkstheaters.

Auf die obligatorische Diskussion um eine einheitliche Verlängerung der Öffnungszeiten für Schanigärten auf 24.00 Uhr wollte sich Häupl hingegen nicht einlassen. Er danke für die „segensreiche Erfindung“, diese Frage in die Obhut der Bezirksvorsteher zu geben – so hätten diese die Diskussion zu führen, nicht er.

Dessen ungeachtet erhob auch heuer wieder der Fachgruppenobmann der Kaffeesieder, Günter Ferstl, diese Forderung. In der Kernzeit zwischen Mitte Juni und Mitte September dürfen Schanigärten – je nach Bezirksentscheidung – bis 23.00 oder 24.00 Uhr offen halten, sonst nur bis 22.00 Uhr. Er hoffe auf Toleranz und Verständnis der Bevölkerung und die einheitliche Sperrstunde um 24.00 Uhr, formulierte Ferstl seine Wünsche.

Kammerpräsidentin Jank machte sich in ihrer Rede Gedanken, weshalb gerade in der Innenstadt die Schanigärtendichte mit 400 von wienweit 1.800 besonders hoch liege. Wahrscheinlich spiele das Sehen und das Gesehenwerden hier einfach eine besondere Rolle, vermutete sie.

So war in der City auch Wiens erster Schanigarten zu finden gewesen. Es war dies ein 1754 von Johann Jakob Taroni auf dem Graben aufgestelltes Limonadenzelt. Wovon sich der Name „Schanigarten“ ableitet ist allerdings umstritten. Einerseits wird er auf die Aufforderung an den Piccolo-Kellner, „Schani, trag den Garten raus“, zurückgeführt. Wahrscheinlicher ist jedoch die Erklärung, dass sich dieser auf Taronis Vorname (Jean, Schani) bezieht.
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