Schallenberg betont Österreichs Verantwortung für Shoah-Überlebende

Beim Frühstück mit österreichischen Holocaust-Überlebenden im Rahmen eines Besuchs des Außenministers in Jerusalem, Israel. Im Bild vlnr.: Abraham David, Außenminister Alexander Schallenberg und Chava Eva David
Beim Frühstück mit österreichischen Holocaust-Überlebenden im Rahmen eines Besuchs des Außenministers in Jerusalem, Israel. Im Bild vlnr.: Abraham David, Außenminister Alexander Schallenberg und Chava Eva David ©APA/GEORG HOCHMUTH
Bei einem Treffen in Jerusalem haben Außenminister Alexander Schallenberg und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) einige Holocaust-Überlebende aus Österreich getroffen.

Das Treffen fand am Mittwoch in der Früh im Rahmen ihres Israel-Besuchs statt. Nach der Begrüßung durch den neuen Botschafter Nikolaus Lutterotti betonte Schallenberg die Verantwortung Österreichs. Er stehe hier "mit großem Respekt und großer Bescheidenheit", sagte der Außenminister, das sei nicht selbstverständlich.

Schallenberg: "Zu viele Österreicher haben weggeschaut"

Schallenberg erinnerte daran, dass "damals zu viele Österreicher am Heldenplatz gestanden sind, zu viele Österreicher haben weggeschaut". Mittlerweile habe sich das aber geändert. So habe er am Dienstag fünf Staatsbürgerschaften an Nachkommen von Holocaust-Überlebenden überreicht. Seit der Gesetzesänderung vor zwei Jahren seien schon 5.000 Anträge zur Staatsbürgerschaftsverleihung für Nachkommen von aus Österreich vertriebenen Juden, die in Israel wohnen, positiv erledigt worden.

"Heute sind die Beziehungen zwischen Österreich und Israel so gut wie noch nie", betonte der Außenminister, die bilateralen Beziehungen müssten aber weiter so gestärkt werden, dass es kein Zurück mehr geben könne.

Unterstützung für Überlebende der Shoah in Israel

Auch ihre Großmutter und Urgroßmutter seien im Holocaust gestorben, sagte Hannah Lessing, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Lessing betonte, dass die Überlebenden der Shoah in Israel weiter mit Unterstützungszahlungen des Nationalfonds bei Pflegegeld und Pensionen rechnen könnten. Außerdem sei die Deckelung, dass es maximal drei Auszahlungen pro Person geben dürfe, aufgehoben worden, so Lessing.

Zahnarzt erzählt von Kriegserlebnissen: "Habe immer noch Österreich im Herzen"

Haim Galon, ein pensionierter Zahnarzt aus Tel Aviv, erzählte, dass er mit seinen Eltern im Alter von fünf Wochen Österreich verlassen habe. Sein Vorname bedeute auf hebräisch "Leben" und sein Vater habe immer gesagt, "trotz allem leben wir noch". Zunächst sei seine Familie mit dem Zug nach Feldkirch und dann nach Buchs in die Schweiz gefahren.

Von dort ging es nach Triest und per Schiff nach Israel. Er berichtete, dass sein Vater für seine Fabrik in der Taubstummengasse im vierten Wiener Gemeindebezirk nur zehn Prozent des ohnehin niedrig geschätzten Wertes bekommen habe, daher komme er nach Wien "mit gemischten Gefühlen, dennoch sei er sein Leben lang ein Optimist gewesen. Die Beziehung zu Österreich sei ihm wichtig, denn er habe immer noch "Österreich im Herzen".

(APA/Red)

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