Schächten: Wiener FPÖ-Politiker Lasar gegen Registrierung

Herbert Lasar spricht sich - anders als sein FPÖ-Kollege aus Niederösterreich - gegen eine Liste aus.
Herbert Lasar spricht sich - anders als sein FPÖ-Kollege aus Niederösterreich - gegen eine Liste aus. ©HANS KLAUS TECHT
Auch der Wiener FPÖ-Abgeordnete David Lasar äußerte sich nun zum Thema Schächten. Für ihn ist der "Schächttourismus" bei Muslimen das größte Problem.
Schächtung in Wien nicht durchführbar
Muslime und Juden betroffen

Der FPÖ-Abgeordnete David Lasar ist gegen eine Registrierung von Kunden, die Fleisch von geschächteten Tieren kaufen. Allerdings brauche es eine Bedarfserhebung um sogenannten Schächttourismus nach Österreich einzudämmen, sagte der Politiker, der auch Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) ist, am Mittwoch zur APA. Für ihn betreffe das Problem hautsächlich muslimische Kunden.

Schächten verursache kein Tierleid

Im Gegensatz zum niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl verursacht für Lasar die Praxis des Schächtens kein Tierleid. Jüdische Kunden sieht er ohnehin kaum betroffen: Von rund 8.400 in Österreich registrierten Mitgliedern der IKG würden sich vielleicht “ein paar 100” streng an die Essensgebote halten. Pro Woche würden laut seiner Schätzung fünf bis zwölf Tiere dafür geschlachtet.

“Schächttourismus” bei Muslimen problematisch

Was für Lasar allerdings schon ein Problem darstellt ist der “Schächttourismus”, von dem Österreich betroffen sei. Er vermutet Tausende Tiere, die nach Österreich gebracht würden, um hier – vorwiegend für Muslime – geschlachtet zu werden. “Das ist genau das, was Waldhäusl meint”, stellt sich Lasar in diesem Fall hinter Waldhäusl. Auch Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache vertrat zuletzt gegenüber mehreren Medien diese Linie.

Obwohl Lasar gegen eine persönliche Registrierung von Kunden ist, spricht er sich für eine Bedarfserhebung für koscheres oder Halal-Fleisch aus. Die Initialzündung dafür stamme aber ohnehin nicht aus der FPÖ, verwies auch er auf die Initiative des niederösterreichischen SPÖ-Landesrats Maurice Androsch. Dass man nun versuche, die FPÖ als “böse” darzustellen, sei in der öffentlichen Debatte gewollt, findet der freiheitliche Abgeordnete.

(APA/red)

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