Saudi-Geheimdienst: Riad geht auf Distanz zu USA

Aus Protest gegen die Politik der USA im Nahen Osten will Saudi-Arabien nach Angaben seines Geheimdienstchefs künftig auf Distanz zu dem traditionellen Verbündeten gehen. Den USA sei es nicht gelungen, in der Syrienkrise oder im Nahostkonflikt wirksam zu handeln, sagte Prinz Bandar bin Sultan nach Angaben aus mit der saudi-arabischen Politik vertrauten Kreisen am Dienstag.


Außerdem rückten die USA näher an den Iran heran und hätten Saudi-Arabien nicht bei der Niederschlagung von Protesten 2011 in Bahrain unterstützt. Seit geraumer Zeit würden sich die Beziehungen zu den USA verschlechtern, wird der Prinz zitiert. Die Konsequenzen seien weitreichend und würden die Bereiche Rüstung und Ölverkäufe einschließen.

Bandar habe sich vor einigen Tagen vor europäischen Diplomaten entsprechend geäußert, hieß es in den Kreisen weiter. Ob er dies mit Billigung von König Abdullah tat, war zunächst unklar. Aus Protest gegen angebliche Doppelstandards bei den Vereinten Nationen hatte Saudi-Arabien am Freitag auf seinen Sitz im UNO-Sicherheitsrat verzichtet. Die Methoden der UNO erschwerten es, Konflikt und Kriege zu beenden, begründete die Regierung in Riad den Schritt.

Bandar kündigte den Kreisen zufolge an, Saudi-Arabien werde seine Syrien-Politik künftig nicht mehr mit den USA absprechen. In dem Konflikt liefert das sunnitische Königreich Waffen an die überwiegend sunnitischen Feinde des syrischen Präsidenten Assad. Diplomaten zufolge hat Saudi-Arabien dabei in der Vergangenheit Rücksicht auf US-Bedenken genommen, keine Hochtechnologiewaffen zu liefern, die später in die Hände von Al-Kaida nahestehenden Organisationen fallen könnten. Auf massives Unverständnis traf in Riad jedoch die Entscheidung der USA, auf den Einsatz von Giftgas in Syrien nicht mit einem Militärschlag zu reagieren.

Auch die jüngste Annäherung der USA an den Iran sieht Saudi-Arabien mit Skepsis. Es befürchtet, dass eine Einigung über das Atomprogramm der Islamischen Republik zu seinen Lasten gehen könnte.

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