Sars: WHO-Konferenz rät weiter zur Vorsicht

Zum Auftakt einer zweitägigen Sars-Konferenz der WHO in Kuala Lumpur haben Delegierte am Dienstag vor rückläufiger Vorsicht bei der Lungenseuche gewarnt.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, sie werde ihre Reisewarnung für die chinesische Hauptstadt Peking und den Inselstaat Taiwan vorerst noch nicht lockern. Insgesamt sei die Sars-Bedrohung weltweit aber entschieden zurückgegangen. Die Lungenkrankheit sei jetzt weitgehend unter Kontrolle, sagte Shigeru Omi, bei der WHO für den asiatischen Pazifik-Raum zuständig.

Zu der Konferenz waren mehr als 1.000 Wissenschaftler, Regierungsbeamte und Gesundheitsexperten in die malaysische Hauptstadt gekommen. Unter Leitung von WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland wollten sie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Strategien zur Eindämmung von Sars, die psychologischen Folgen der Krankheit und die mögliche Rolle von Tieren bei der Verbreitung erörtern. Dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom sind bisher rund 800 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 8.400 haben sich weltweit infiziert.

Die WHO lobte die chinesische Regierung, die nach einigen Anfangsproblemen eng mit der Gesundheitsorganisation zusammengearbeitet habe. Dadurch sei die Sars-Bekämpfung effektiver und auch transparenter geworden. Der stellvertretende chinesische Gesundheitsminister Gao Qing räumte ein, dass sein Land anfangs nicht angemessen auf die Krise reagiert habe.

Die Vertreter Taiwans forderten eine baldige Aufhebung der Reisewarnung für ihr Land, was jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt abgelehnt wurde. Der malaysische Gesundheitsminister Chua Jui Meng begrüßte diese Vorsicht: „Wir müssen bedenken, dass wir in dieser Region viel eher von neuen Krankheitserregern heimgesucht werden als von ausländischen Armeen.“

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