Sarkozy zu Cameron: "Chance verpasst, den Mund zu halten"

"Chance verpasst, Mund zu halten": Der Ton wird rauher.
"Chance verpasst, Mund zu halten": Der Ton wird rauher. ©EPA
Die Euro-Länder haben sich bei dem dreitägigen Gipfel in Brüssel nicht auf ein abschließendes Paket verständigen können, um die Schuldenkrise einzudämmen. Zwischen Frankreichs Präsident Sarkozy und dem britischen Premierminister Cameron kam es laut Agenturmeldungen sogar zu einem ruppigen Wortwechsel.
Krisengipfel: Alles tun, um Euro zu retten

Im Streit um die richtige Strategie zur Rettung der Eurozone ist es zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und dem britischen Premierminister David Cameron zu einem ruppigen Wortwechsel gekommen. “Sie haben eine gute Chance verpasst, den Mund zu halten”, schnauzte Sarkozy beim EU-Gipfel am Sonntag in Brüssel Cameron an, berichtete die britische Agentur PA am Montag.

“Wir haben es satt, dass du uns kritisierst”

Bereits am Sonntagabend waren Bemerkungen bekanntgeworden, nach denen Frankreich Einmischungen aus Großbritannien zurückwies. “Wir haben es satt, dass du uns kritisierst und sagst, was wir tun sollen. Ihr sagt, dass ihr den Euro hasst, ihr wolltet nicht beitreten und jetzt wollt ihr euch in unsere Treffen einmischen.”, sagte Sarkozy nach Angabe von Diplomaten. Cameron hatte zuvor verlangt, dass Großbritannien und alle anderen EU-Länder, die Nichtmitglieder der Eurozone sind, am entscheidenden Treffen zur Euro-Rettung am Mittwoch in Brüssel teilnehmen können.

Konservative Kreise: Großbritannien soll aus EU austreten

Cameron, der die Politik der Eurozone in den vergangenen Wochen wiederholt scharf kritisiert hatte, steht innenpolitisch massiv unter Druck. Am Nachmittag wurde im britischen Unterhaus ein Abstimmung darüber erwartet, ob Großbritannien in einem Referendum über die Mitgliedschaft in der EU abstimmen soll. Die Abstimmung, die Cameron für falsch hält, wurde vom rechten Flügel seiner eigenen Partei, den britischen Konservativen initiiert.

Bis zu 100 Abgeordnete von Camerons Fraktion wollen sich hinter den Antrag stellen. Das Ansinnen gilt jedoch als chancenlos. Nicht nur die Mehrheit der Abgeordneten der Regierungskoalition aus Konservativen und Liberaldemokraten ist dagegen, auch die große Oppositionsfraktion der Labour-Partei hat sich im Vorfeld dagegen ausgesprochen.

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