Salzburger Landtagsabgeordneter tritt aus FPÖ aus

Der Salzburger FPÖ-Landtagsabgeordnete Friedrich Wiedermann ist am Donnerstag aus der Partei und dem Landtagsklub ausgetreten. Er habe Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP) heute schriftlich über seinen Schritt informiert. "Grund sind unüberbrückbare Differenzen, die ich aber nicht näher beschreiben will", sagte er in einem Telefonat mit der APA.


Er wolle keine Schmutzwäsche waschen, sich aber möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt über seine Beweggründe äußern, sagte der Politiker. Aus Landtagskreisen war am Donnerstag zu vernehmen, dass es Differenzen mit Mitarbeitern gegeben haben soll und Wiedermanns Ideen des öfteren keine Mehrheit in Klubsitzungen bekommen haben. Zuletzt dürfte es am Mittwoch zu Diskrepanzen über einen Antrag gekommen sein.

Wiedermann betonte allerdings, sein Austritt sei reiflich überlegt gewesen und habe nichts mit dem Salzburger FPÖ-Klubobmann Karl Schnell zu tun. Dieser lobte Wiedermann heute als langjährigen Weggefährten und guten Freund, zeigte sich aber zugleich enttäuscht, dass er erst sehr kurzfristige informiert wurde. “Ich hätte ein persönliches Gespräch bevorzugt”, sagte Schnell.

Der 63-jährige pensionierte Kriminalbeamte Wiedermann bleibt als freier Mandatar im Landtag. “Ich werde mit Kollegen durchaus noch Anträge machen. Ich will mich weiter aktiv einbringen und Initiativen setzen – ohne eine Partei fragen zu müssen.” Eine erneute Kandidatur nach Ablauf der Legislaturperiode schloss er am Donnerstag aus.

Wiedermann saß in den Jahren 1999 bis 2004 und seit 2009 im Landtag und war seit 2013 Klubobmann-Stellvertreter der FPÖ. Er vertrat die Partei in drei Untersuchungsausschüssen des Landtags. An den Kräfteverhältnissen im Landesparlament ändert sich durch das Ausscheiden Wiedermanns aus der FPÖ nur wenig: Der Klubstatus der Freiheitlichen ist mit nun fünf Abgeordneten nicht gefährdet.

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