Salzburger Festspiele 2011: Schauspiel setzt auf Faust total und Handke

Vom unverrückbaren und alljährlichen "Jedermann" auf dem Domplatz abgesehen, erwartet das Publikum der Salzburger Festspiele im kommenden Jahr nicht nur in der Oper, sondern auch im Schauspiel ein durchaus nicht routiniertes Programm.
Schauspiel-Chef Thomas Oberender setzt 2011 vor allem auf Goethes “Faust” und plant Teil eins und Teil zwei der Tragödie in einem sechsstündigen Marathon auf der Pernerinsel in Hallein. Regie in dieser Koproduktion mit dem Hamburger Thalia Theater wird Nicolas Stemann führen.

Auf eigene Faust” und “Jenseits der Grenze” heißen zwei Reihen, die “Dichter zu Gast” ersetzen werden. Dabei wird u.a. Daniel Kehlmann in einer von Christopher Hampton inszenierten Lesung dem Wahnsinn des österreichischen Mathematikers Kurt Gödel nachforschen. Sein Stück “Geister in Princeton“, im Auftrag der Festspiele verfasst, wird am 24. September in Graz uraufgeführt. Margarethe Mitscherlich wird über “Die Radikalität des Alters” reden, und Jon Fosse präsentiert seine eigene Faust-Version. Klaus Maria Brandauer leistet seinen Beitrag mit Lars Vogt, und für die Neukomposition der Musik für den Faust-Filmklassiker von Friedrich Wilhelm Murnau hat Oberender an Tobias Schwenke ebenso einen Kompositionsauftrag vergeben wie an Gustav (alias Eva Jantschitsch), die “Unterhaltungsmusik zur Suche nach Erkenntnis” schreiben soll.

Peter Handke hat sich für die Uraufführung von “Immer noch Sturm” für Salzburg entschieden, Dimiter Gotscheff wird – ebenfalls auf der Pernerinsel – inszenieren. Auch diese Aufführung wird mit dem Thalia Theater Hamburg koproduziert. “Die vier Himmelsrichtungen” heißt ein neues Stück von Roland Schimmelpfennig, das im Landestheater uraufgeführt werden wird. Der Autor wird die Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin selbst inszenieren.

Mit “Maß für Maß” und der studentischen Freiluft-Produktion “Sommernachtstraum” setzt Oberender zudem einen Shakespeare-Schwerpunkt. Thomas Ostermeier wird das von Marius von Mayenburg neu übersetzte “Maß für Maß” inszenieren, außerdem kehrt Gert Voss mit diesem Stück nach Salzburg zurück.

Auch das “Young Directors Project” ist formal neu gestaltet. Zum einen wird es 2001 vier Produktionen aus den USA sowie aus Nord- und West-Europa geben, darunter einen Museumsbesuch mit verbundenen Augen (“Symphony of a missing room”) oder einen Kurs für Gesellschaftstänze und gute Manieren (“The Dinner Club”). Vor allem aber ist der Regie-Wettbewerb so organisiert, dass in zehn Tagen eine Art Repertoire-Betrieb entsteht, bei dem bis zu vier Vorführungen an einem Tag besucht werden können. Die Vorstellungen finden fast täglich nicht nur im republic, sondern auch in einer Vorstadtvilla, im Museum der Moderne, der Großen Aula oder einem Salzburger Bürgerhaus statt..

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