Salzburger Extrem-Mikroben im All

Wohlbehalten an Bord des europäischen Raumlabors "Columbus" im All angekommen sind Archaebakterien der Universität Salzburg.

Wissenschafter um die Mikrobiologin Helga Stan-Lotter nehmen damit an einem internationalen Forschungsprojekt teil, die Mikroben sollen den extremen Bedingungen des Weltalls ausgesetzt werden. “Die Experimente sollen nach jüngsten Informationen am Sonntag starten”, sagte Stan-Lotter gegenüber der APA.

Bei den Archaebakterien handelt es sich um Halococcus dombrowskii, eine Art, die von den Salzburger Wissenschaftern erst vor wenigen Jahren in Salzlagern bei Bad Ischl entdeckt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Organismen bereits in den Meeren gelebt haben, aus denen sich die Salzlager bildeten. Untersuchungen ergaben, dass die Archaebakterien mindestens 200 Millionen Jahre alt, wir vermuten, dass sie in kleinsten Flüssigkeitsansammlungen im Salz überlebt haben.

Nun wollen die Mikrobiologen testen, wie die Extrem-Mikroben mit dem Vakuum und der aggressiven Strahlung im Weltall zurecht kommen. Die Archaebakterien sind gemeinsam mit Bakteriensporen, Flechten, Blaualgen und Pflanzensamen von anderen Wissenschaftergruppen in der Versuchseinrichtung EuTEF des Moduls Columbus untergebracht. EuTEF wird separat im Shuttle-Laderaum mitgeführt und kann an der Außenwand des Labors angebracht werden. Das Modul bietet daher die Möglichkeit, Proben den Weltraumbedingungen auszusetzen.

Das Experiment soll mehrere Monate dauern. Anschließend werden die Forscher untersuchen ob die Organismen überlebt haben, ob Schäden und Mutationen an der Erbsubstanz (DNA) aufgetreten sind und wie sich das DNA-Reparatursystem verhalten hat. Im Mittelpunkt der Untersuchungen werden auch Schutzpigmente der Organismen stehen.

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