Salzburg und Rapid um Vorentscheidung in EL

Stevens: "Sind sicher nicht der klare Favorit"
Stevens: "Sind sicher nicht der klare Favorit" ©APA (Archiv/Krug)
Fußball-Meister Salzburg und Vize Rapid Wien, die ihre Gruppen anführen, können am Donnerstag einen großen Schritt in Richtung K.o.-Phase der Europa League machen. Die Salzburger empfangen Lewski Sofia und die Hütteldorfer treten bei Hapoel Tel Aviv an.

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg könnte am Donnerstag (19.00 Uhr/live Sky) vor eigenem Publikum bereits einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Aufstieg in die K.o.-Phase der Europa League tun. Mit einem Heimerfolg gegen den Krisenclub Lewski Sofia und damit dem dritten Sieg im dritten Spiel wären die Salzburger nur noch sehr schwer von einem der beiden Aufstiegsränge in Gruppe G zu verdrängen.

Trainer Huub Stevens sieht sein Team allerdings nicht als klaren Favoriten. Zwar hat der bulgarische Meister in den vergangenen sieben Pflichtspielen nur einen Punkt geholt, der am Wochenende aus der Not geborene Trainerwechsel mache Lewski aber zu einer Unbekannten. “Lewski spielt nicht umsonst seit Jahren international, das ist eine technisch sehr gute Mannschaft. Wir sind sicher nicht der klare Favorit”, meinte der Niederländer.

Zudem werden die Salzburger selbst von Personalsorgen geplagt. Stürmerstar Marc Janko dürfte aller Voraussicht nach wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel nicht zur Verfügung stehen. “Es wird schwierig für ihn”, gestand Stevens. Eine endgültige Entscheidung würde allerdings frühestens am Mittwochabend nach dem Abschlusstraining im Stadion Wals-Siezenheim fallen, sollte Janko dieses überhaupt mitmachen können.

Als erste Alternative stünde Alexander Zickler bereit, zudem ist aufgrund der Verletzung von Robin Nelisse mit Djordje Rakic von den Red Bull Juniors ein weiterer Stürmer in den Kader berufen worden. “Er könnte noch ein wichtiger Spieler für uns sein”, erklärte Stevens, der zudem weiter um den Einsatz von Mittelfeldspieler Nikola Pokrivac bangt. Der kroatische Teamspieler ist erkrankt, seine Chancen auf eine Teilnahme sind aber intakt.

Die Generalprobe bei der Austria hatte der Tabellenführer am Wochenende verpatzt. Stevens war mit der Leistung beim 0:1 in Wien alles andere als zufrieden gewesen, erwartet gegen Lewski eine entsprechende Reaktion. Mit den Problemen des Gegners wollte man sich aber nur bedingt auseinandersetzen. “Ich nehme zur Kenntnis, dass Unruhe im Verein herrscht, mehr aber auch nicht. Ein Trainerwechsel kann auch sehr viel bewirken”, erinnerte Stevens.

Die Salzburger sind sich ihrer Chance bewusst, dem Aufstieg in die Runde der letzten 32 nach den sensationellen Siegen in Rom gegen Lazio (2:1) und zu Hause gegen Villarreal (2:0) deutlich näher zu kommen. “Ein dritter Sieg wäre ein großer Schritt in Richtung K.o.-Phase”, erklärte Kapitän Eddie Gustafsson. Dafür sei allerdings eine deutlich konzentriertere Leistung als in Wien notwendig, meinte der jüngst in Hochform agierende Torhüter.

Zuletzt hatte mit der Austria in der Saison 2004/05 eine österreichische Mannschaft im Europacup überwintert. Die Wiener waren damals bis ins UEFA-Cup-Viertelfinale vorgestoßen. Neben dem Meister hat mit Rekordchampion Rapid diesmal sogar ein weiterer ÖFB-Club sehr gute Karten. Die Salzburger hoffen in ihrer richtungsweisenden Partie gegen Lewski auf die Unterstützung ihres Publikums. 20.000 werden bei entsprechend gutem Wetter in der Arena erwartet.

Rapid in Tel Aviv vor nächstem Schritt Richtung EL-Aufstieg

Für den SK Rapid geht es am Donnerstag (21.05 Uhr/live Sky) um den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg aus der Gruppenphase der Fußball-Europa-League. Die Hütteldorfer führen dank des 3:0 gegen den Hamburger SV und des 1:1 in Glasgow gegen Celtic die Tabelle in Pool C an, bereits ein Auswärtspunkt gegen Hapoel Tel Aviv ließe eine Endplatzierung unter den Top Zwei wieder ein Stück näher rücken.

Doch auch die Israelis machen sich berechtigte Hoffnungen auf ein Weiterkommen, immerhin haben sie nach dem 2:1 gegen Celtic und dem 2:4 in Hamburg auch schon drei Zähler auf dem Konto. “Das ist eine sehr kompakte Mannschaft, die gutes Pressing spielt und versucht, weit vorne zu stören”, warnte Trainer Peter Pacult.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Wiener von den technischen Fertigkeiten des israelischen Vizemeisters. “Sie schlagen keinen Ball weg, setzen mit zwei sehr offensiven Außenverteidigern voll auf Kurzpassspiel und gehen selten in ein Dribbling”, meinte Pacult. Doch auch die kämpferische Komponente kommt bei den Israelis nicht zu kurz. “Sie haben Rapid-Tugenden. Nach einem Rückstand lassen sie sich nicht beirren und kämpfen weiter.”

Bei allem Respekt vor Hapoel werde Rapid aber nicht in Ehrfurcht erstarren. “Wir haben den Gegner genau analysiert und wissen bescheid, doch in erster Linie richten wir uns nach unseren Stärken aus. Es wird darauf ankommen, wie wir uns im Ballbesitz verhalten”, betonte Pacult, der “von der Charakteristik her” eine andere Partie als gegen den HSV und Celtic erwartet, weil die ersten beiden Europa-League-Kontrahenten vor allem auf ihre physische Stärke bauen.

Der 49-Jährige hat auch die eine oder andere Schwäche beim aktuellen Sechsten der israelischen Liga ausgemacht. “Vielleicht ist ihr Manko, dass sie ein bisschen verspielt sind, wenig aus der zweiten Reihe schießen und nicht allzu kopfballstark sind.” Auch in der Defensive könnte Hapoel zu knacken sein. “Unsere große Chance liegt im schnellen Spiel nach vorne.”

Im Falle eines vollen Erfolges könnte Rapid möglicherweise schon mit einem Heimsieg im “Rückspiel” am 5. November im Wiener Happel-Stadion den Einzug in die Runde der letzten 32 fixieren. Mit solchen Gedankenspielen will sich Pacult, der auf den verletzten Markus Heikkinen verzichten muss, im Moment aber nicht beschäftigen: “Daran denke ich überhaupt nicht. Abgerechnet wird erst nach sechs Spielen.”

Der Meistermacher von 2008 reiste mit seiner Truppe bereits am Montag nach Tel Aviv, um sich auf die weit höheren Temperaturen einzustellen. Auf einen Hexenkessel muss sich Rapid allerdings nicht gefasst machen – zum einen, weil beim Anpfiff deutlich weniger als 30 Grad prognostiziert werden, und zum anderen, weil im rund 15.000 Zuschauer fassenden Bloomfield Stadium nur 10.000 Fans (darunter 700 aus Österreich) erwartet werden.

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