Sahara-Geiseln: Wien bestätigt neue Frist nicht

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Das Außenministerium wollte die neue Frist im Geiseldrama zunächst nicht bestätigen.

Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal sagte am Montagabend auf APA-Anfrage, der SITE-Bericht bestätige den Inhalt der dem Ministerium vorliegenden Informationen, wonach nun mehr Zeit für die Bemühungen zur Freilassung der Geiseln gegeben sei. Er könne aber “nicht in die Zahl der Tage eingehen”, sagte Launsky-Tieffenthal zur Angabe, wonach der 6. April das neue Ultimatum sei.

Launsky-Tieffenthal verwies in diesem Zusammenhang auf die Mitteilung des Krisenstabs im Außenministeriums vom gestrigen Sonntagabend. “Der Krisenstab geht aufgrund der bisherigen Informationen davon aus, dass über den Ablauf des Ultimatums hinaus mehr Zeit für seine umfangreichen Anstrengungen besteht”, hieß es darin.

“Das ist eine weitere Verlängerung von zwei Wochen, die am Sonntag, dem 6. April 2008 um Mitternacht auslaufen wird”, hieß es in der von SITE zitierten neuen Mitteilung der Entführer. Sie trägt den Titel “letztes Ultimatum”. Nach dem Auslaufen der Frist “tragen Österreich, Tunesien und Algerien die Verantwortung für das Leben der Geiseln”, droht die Gruppe “Al-Kaida im islamischen Maghreb” nach Angaben des US-Terrorforschungsinstituts SITE.

Ebner und Kloiber waren am 22. Februar entführt worden, als sie im Süden Tunesiens mit einem österreichischen Geländewagen unterwegs waren. Die “Al Kaida im islamischem Maghreb” hat sich am 10. März zur Entführung bekannt. Am 13. März stellten die Entführer der österreichischen Regierung ein erstes Ultimatum, das auf drei Tage befristet war. Nach seinem Auslaufen am 16. März teilten sie in einer weiteren Botschaft mit, sie hätten das Ultimatum um eine weitere Woche bis Sonntagmitternacht verlängert.

Wie die Tageszeitung “Kurier” (Dienstagsausgabe) berichtet, gab es mittlerweile einen Wechsel im österreichischen Verhandlungsteam. Alexander Ehrlich-Adam wurde durch den Afrika-Experten Stephan Heisler ersetzt. Launsky-Tieffenthal betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich um eine “normale Rotation” handle. Die “Kronen Zeitung” (Dienstagsausgabe) berichtete ohne Angabe von Quellen, es sei “von vielen Seiten zu hören”, dass die Verhandlungen um die Freilassung der Geiseln ins Stocken geraten seien.

Das Außenministerium hat den früheren Spitzendiplomaten Anton Prohaska nach Mali geschickt, um mit den Geiselnehmern zu verhandeln. Nach Angaben des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (B) ist auch der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam al-Gaddafi, in die Bemühungen zur Freilassung der beiden Salzburger involviert. Libyen hat in der Vergangenheit mehrmals erfolgreich bei Geiselnahmen vermittelt.

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