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Safaripark: "Auszug aus dem Paradies"

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Nur widerwillig werden die einstigen Stars des Streichelzoos im Safaripark Gänserndorf auf Anhänger verladen - aufs Happy End warten viele wahrscheinlich vergeblich.

Ponys sind nicht blöd. Mit einer Hand voll Hafer lassen sich die gedrungenen Huftiere kaum überrumpeln. „Da brauchen wir mehr Leute dazu“, bläst sich eine Pflegerin des Tierschutzvereines die Haare aus dem Gesicht. Nur widerwillig werden die einstigen Stars des Streichelzoos im Safaripark Gänserndorf auf Anhänger verladen. Die Nummerntafeln verraten, dass es eine weite Reise wird – Destination: Salzkammergut. Zurück bleibt jede Menge Tristesse – und die Hoffnung, dass bald ein neuer Betreiber gefunden wird.

Tierschutzverein hat große eingekauft

27 Ziegen, 14 Schafe, drei Haflinger, 100 Hühner, zwei Gänse, sechs Esel, 13 Ponys, 40 Pfaue, 20 Sittiche, 30 Finken und 13 Lamas hat der Österreichische Tierschutzverein erworben. Etwa 100.000 Euro wird die Non-Profit-Organisation dafür berappen müssen. Man werde die Tiere „bestens versorgen“ und hoffe auf eine „Rückübereignung“, sollte der künftige Safaripark-Eigner Interesse bekunden.

„Also was wir hier zum Teil vorgefunden haben, war erschreckend“, sagt Erich Goschler, Präsident des Tierschutzvereins. „Einige Schafe waren total verwildert, denen ist die Wolle bis zum Boden gehangen. Und Sittiche waren völlig kahl.“ Die Kritik adressiert Goschler an die Österreichische Zoo Organisation (OZO), die seit dem Konkurs des Safariparks für die Tierbetreuung zuständig ist.

Pfau wird geblendet

Während die Ponys mit sprichwörtlichem Nachdruck schlussendlich doch auf die Anhänger geschoben werden, macht sich Goschler schon Gedanken über den Abtransport des Federviehs: „Das wird schwierig, die Hendln und die Pfaue einzufangen. Wir werden es in der Nacht versuchen, da soll das leichter sein, wenn man sie blendet.“

Nur ein Büffel schaut noch traurig

Rund um den Streichelzoo breitet sich Ödnis aus. Die Strohzäune haben sich Teilweise aus ihren Verankerungen gelöst und hängen wie Trauerweiden zu Boden, der Verputz der Aussichtsplattform bei den Bengalischen Tigern zerbröselt und gibt sein Innenleben aus Styropor preis. Unten im Graben fauchen keine exotischen Wildkatzen, sondern blickt ein einsamer Büffel traurig auf die verfallende Tempel-Attrappe, wo einst Besucher um die Wette fotografierten.

Aber Besucher gibt es längst keine mehr. Dabei hätte der verwaiste „Safari-Shop“ noch reichlich Stofftiere anzubieten. Anhänger um Anhänger verlassen den Safaripark – oder das, was noch von ihm übrig ist. „Wir hoffen halt, dass sich das mit dem neuen Betreiber noch ausgeht, bevor wir die restlichen Tiere abholen“, sagt Goschler. Im Hintergrund jammern die Pfaue ihr Klagelied.

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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