Sängerknaben-Saal: Bau wird "Dr. Eugen Jesser-Saal" heißen

Der viel diskutierte Konzertsaal hat jetzt einen Namen bekommen.
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Der umstrittene neue Konzertsaal der Wiener Sängerknaben am Augartenspitz soll “Dr. Eugen Jesser-Saal” heißen, hat Sängerknaben-Präsident Walter Nettig am Freitag in einer Aussendung bekannt gegeben. Der im Mai 2008 verstorbene Namenspatron des Bauwerks war als Nettigs Vorgänger langjähriger Chef des Knabenchors. Er habe – gemeinsam mit der Pühringer Privatstiftung – die Weichen für die geplante Konzert- und Probehalle gestellt, hieß es.

Dem ausdrücklichen Wunsch von Peter Pühringer, der das Projekt finanziert, mit der Namensgebung für den künftigen Saal dem früh Verstorbenen die Ehre zu erweisen, komme man natürlich gerne nach, begründete Nettig seine Entscheidung. “Umso ärgerlicher und völlig unverständlich sind für die Sängerknaben die absurden Vorwürfe der Bürgerinitiative in Richtung der Errichtungsgesellschaft”, verwies der Präsident auf den seit Bekanntgabe des Vorhabens schwelenden Konflikt.

Pühringer zähle zu den ganz wenigen Mäzenen, die heutzutage überhaupt noch bereit seien, ihr privates Geld für kulturelle Institutionen – wie zum Beispiel für das Theater in der Josefstadt, den Musikverein oder die Wiener Philharmoniker – zur Verfügung zu stellen, verteidigte Nettig den Finanzier. Insgesamt werde für den neuen Konzertsaal lediglich eine Fläche von 1.000 Quadratmetern bebaut, was nur zwei Promille des gesamten Augartenareals entspreche.

Nettig appellierte gleichzeitig an die Protestteilnehmer, “die rechtswidrige Besetzung” abzubrechen. Der Grund sei keine öffentliche Fläche, sondern gehöre der Republik und werde von der Burghauptmannschaft verwaltet. Die Sängerknaben würden dafür Miete bezahlen.

Das gegenaktivistische “Josefinische Erlustigungskomitee” dürfte sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Die Gruppe hat für morgen, Samstag, ab 13.00 Uhr eine “lustig-listige Bittprozession” angekündigt, um auf die “private Verbauung und den Teilabbruch eines öffentlichen barocken Architektur- und Gartenensembles im Herzen von Wien” hinzuweisen und das zu verhindern. Der “proFest-Marsch” führt über das Palais Coburg, dem Sitz von Pühringers Privatstiftung, bis zum Bundeskanzleramt.

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