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Ärztin stahl, um Sohn beschenken zu können: Prozess

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In Handschellen wurde eine 45-jährige Ärztin am Mittwoch in einen Saal im Wiener Straflandesgericht geführt, wo sie wegen Diebstahls und schweren gewerbsmäßigen Betrugs gerade zu stehen hatte.

Die Frau hatte über Monate hinweg Postkästen aufgebrochen und nach Bankomat- und Kreditkarten “gestierlt”. Sofern es ihr gelang, auch noch in den Besitz der ebenfalls brieflich zugestellten PIN-Codes zu gelangen, machte sie das “Plastikgeld” schamlos zu Barem.

Sie habe damit Geschenke für ihre Familie, insbesondere ihren Sohn gekauft, gab die Medizinerin zu, die zuletzt monatlich 1.500 Euro netto ins Verdienen brachte. Allerdings war das Sorgerecht für den Buben ihrem Ex-Mann zugesprochen worden, was sie schwer depressiv habe werden lassen, wie sie dem Schöffensenat (Vorsitz: Irene Mann) verriet.

In ihren gesundheitlichen Problemen sah die Angeklagte auch die Ursache für ihre strafbaren Handlungen: “Ich hab’ mich damals so seltsam gefühlt. Die Realität ist doch nicht so schön, wie ich es gern hätte.” Die Frage, ob ihre “langen Finger” die Wirklichkeit besser aussehen ließen, konnte sie nicht beantworten.

In die Wohnhausanlagen war die 45-Jährige gelangt, indem sie sich bei einem Handwerker um zehn Euro einen Generalschlüssel anfertigen ließ. Weitere zwei Euro investierte sie in eine Gesichtsmaske, die sie sich aufsetzte, bevor sie bei Bankomaten auf Kosten anderer Geld behob. Die Investitionen machten sich bezahlt: An die 10.000 Euro lukrierte die Ärztin, ehe sie festgenommen wurde.

Das Gericht verhängte über sie 28 Monate unbedingte Haft. Erschwerend kam dabei ihr getrübtes Vorleben zum Tragen: Die Frau war schon zweimal wegen genau gleich gelagerter Fälle verurteilt worden. Das nunmehrige Urteil ist bereits rechtskräftig.

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