Ärzte im Geldkrieg mit WGKK

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Die Wiener Ärztekammer attackiert die Gebietskrankenkasse (WGKK) wegen Problemen mit der E-Card-Abrechnung. Und will notfalls - vertragswidrig - Patienten schröpfen!

Vizepräsident Johannes Steinhart ortete am Freitag ein „Datenchaos“ und drohte mit einer „Klagswelle“. Ärzte würden verrechnete Leistungen im Wert von 500.000 Euro nicht ausbezahlt bekommen. Bei der Kasse gab man sich über die Wortwahl befremdet. Die Vorwürfe wies man zurück.

Abkassieren bei Patienten?

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kritisierte die Kammer die Kasse. Am vergangenen Montag hatte Steinhart von „verschluckten“ E-Card-Patientenfällen gesprochen und der Kasse ein 14-tägiges Ultimatum gestellt. Sollte es bis dahin zu keiner Nachzahlung kommen, werde man den Ärzten raten, sich das Geld von den Patienten zurückzuholen. Am Freitag kündigte er Unterstützung für jene Ärzte an, die sich zu einer Klage gegen die WGKK entschließen würden.

Laut Ärztekammer geht es um 10.000 Patienten im 1. Quartal 2007. „Die WGKK muss ihre Probleme in den Griff bekommen, sonst läuft das Chaos komplett aus dem Ruder“, so Steinhart.

„Wenn Ärzte falsche Abrechnungen bringen, ist es bedauerlich, dass uns vorgeworfen wird, dass irgendwelche Daten angeblich verschluckt werden“, konterte Kassen-Sprecher Jan Pazourek gegenüber der APA die Kritik. Es gehe um einige wenige Vertragsärzte, die „traditionell in der Vergangenheit Probleme mit der Korrektheit der Abrechnung hatten“. Insgesamt seien nur rund 8.000 von insgesamt 1,4 Mio. Fällen betroffen, das seien weniger als 0,6 Prozent.

Mit den Patienten habe es jedenfalls nichts zu tun, wenn ein Arzt ein Abrechnungsproblem mit der Kasse habe. Und sich das Geld dort zurückzuholen, wäre jedenfalls vertragswidrig, so Pazourek: „So etwas gab es noch nie, und ich hoffe, dass es auch nicht dazu kommen wird.“

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