Russland senkt Ernteprognose weiter

Russland hat seine Ernteprognose wegen der andauernden Dürre und der schweren Flächenbrände noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Infolge des ausbleibenden Regens würden nun Ernteeinbußen bis zu 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, sagte der Chef des staatlichen Meteorologie-Dienstes, Alexander Frolow, am Montag nach Angaben der Agentur Interfax.
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Zuvor hatte das Agrarministerium von einem Minus von 20 bis 25 Prozent gesprochen. Wegen der Ernteausfälle hat die Regierung vom 15. August bis 31. Dezember ein Exportverbot für Getreide verhängt.

Im vergangenen Jahr hatte Russland noch 97 Mio. Tonnen Getreide eingefahren. Nun erwarten die Behörden noch etwa 67 Mio. Tonnen. Besonders stark betroffen seien Kartoffeln und Zuckerrüben, sagte Frolow. Das wahre Ausmaß der Schäden wird sich nach Meinung von Experten aber erst im September absehen lassen. Russland gehörte bisher zu den weltweit größten Getreideexporteuren.

Chef-Meteorologe Frolow sprach erstmals von einer “Jahrtausend-Hitze” in Russland. “Seit Entstehen unseres Landes, also seit 1.000 Jahren, hat es nichts Vergleichbares gegeben – was die Hitze angeht, haben weder wir noch irgendeiner unserer Vorfahren jemals so etwas festgehalten”, sagte Frolow. “Das ist ein absolut einmaliges Ereignis. Keines unserer Archive listet einen solchen Fall auf.”

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