Russland - Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane

Russland - das steht in der landläufigen Meinung vieler Europäer für fehlende Pressefreiheit und Wladimir Putin, vielleicht noch für Tolstoi und Dostojewski, und mit Sicherheit für Wodka. Eine neue Tier- und Naturdokumentation, die am 28. Jänner in die österreichischen Kinos kommt, zeigt das größte Land der Welt jetzt von einer ganz anderen Seite und präsentiert Russland als Land mit überwältigenden Naturschönheiten.

Spektakuläre Bilder zeigen unter anderem die wundersame Vulkanlandschaft von Kamtschatka, das Ural-Gebirge, das sich über rund 2.000 Kilometer erstreckt, und sie führen den Zuschauer sogar in die Tiefen eines bizarren Eismeeres. Regisseur und Drehbuchautor Jörn Röver und Kameramann Henry M. Mix, die den Film gemeinsam produziert haben, legten für die Dreharbeiten mehr als 100.000 Kilometer zurück. Dabei mussten sie Höhenunterschiede von 5.300 Metern und Temperaturunterschiede von 90 Grad Celsius überwinden. Der höchste Drehort am Elbrus im Kaukasus lag 5.000 Meter über Normalnull, der niedrigste in der Kaspi-Senke 30 Meter unter dem Meeresspiegel.

Am wärmsten war es mit plus 40 Grad in Dagestan im Süden Russlands, am kältesten in Jakutien im Nordosten, wo das Thermometer satte 50 Grad unter Null zeigte – “im langen Winter einer erbarmungslosen Welt aus Schnee und Eis”, beschreibt die sonore Stimme von Schauspieler Siegfried Rauch (“Das Traumschiff”), den die Macher als Erzähler für den Dokumentarfilm gewinnen konnten.

Neben den wirklich einmaligen Naturaufnahmen sind es die Tier-Beobachtungen, die den Film zu einem Kino-Erlebnis machen. Da nehmen Wölfe im Schnee der sibirischen Taiga die Fährte der schon zu Zarenzeiten begehrten und wertvollen Zobel, einer seltenen Marderart, auf. Ein Robben-Junges flüchtet mit einem Sprung ins eisige Wasser vor dem Eisbären, ein Riesen-Seeadler – der schwerste Adler der Welt – kämpft in Zeitlupe mit einem Steinadler um den knapp gewordenen Lachs, und clevere Raben finden einen Weg, sich mit einer ganz speziellen Rodel-Methode im Schnee die Zeit zu vertreiben.

Auch seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere sind in dem Streifen zu sehen – darunter eine Hirschart mit Vampirzähnen und der majestätische Amur-Tiger, die größte Raubkatze der Welt. “Der Amur-Tiger kommt mit den extremen Temperaturen zurecht – nur den Menschen wird er wohl nicht überleben”, sagt Erzähler Rauch. Nur noch rund 500 dieser Tiger leben in freier Wildbahn.

1.200 Tage waren die Filmemacher für die Dokumentation auf Reisen. Das Ergebnis: 600 Stunden Rohmaterial, das rigoros auf kinoverträgliche Länge gekürzt werden musste. Heraus kam schließlich ein rund 90-minütiger, unterhaltsamer und mehr als sehenswerter Dokumentarfilm.

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