Rumänien: Nationalfeiertag mit Panzern

Erstmals seit dem Ende des Kommunismus hat Rumänien bei der traditionellen Militärparade am Nationalfeiertag in Bukarest schwere Waffen aufgefahren.

Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, rollten am Freitag Panzer und mit Raketenwerfern bestückte Kampffahrzeuge durch die Straßen der Hauptstadt. Staatspräsident Traian Basescu nahm die Parade ab. Der 1. Dezember wurde im Jahr 1990 zum Nationalfeiertag erklärt. Gedacht wird damit der Vereinigung Siebenbürgens mit dem rumänischen Königreich zu „Großrumänien“ nach dem Ersten Weltkrieg. Genau genommen ist es der Tag des Beschlusses zur Vereinigung, den die Versammlung aller Rumänen, die bis dahin unter österreichisch-ungarischer Oberhoheit gestanden waren, am 1. Dezember 1918 in Alba Iulia (Gyulafehérvàr) fasste. In dieser siebenbürgischen Stadt hatten sich 1.228 Delegierte versammelt, die von den Rumänen der betreffenden Gebiete gewählt waren:

Dem historischen Fürstentum Siebenbürgen, dem Banat, dem Maramures (Màramaros) und der Crisana (Körösvidék bzw. Kreischgebiet) zwischen Großwardein (Oradea/Nagyvàrad) und Arad. Der Beschluss der Vereinigung fiel einstimmig, und die Delegierten stimmten lang anhaltende Hochrufe auf „Großrumänien“ und König Ferdinand aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen an. Der rumänische König beantwortete später das Schreiben aus Alba Iulia mit der Feststellung, von nun an „bis in alle Ewigkeit“ seien die von Rumänen bewohnten Gebiete „von der Theiß bis zum Dnjestr“ vereint. Schon am 9. April 1918 hatte der Landesrat Bessarabiens die Vereinigung mit Rumänien beschlossen, und Ende Oktober folgte ihm der Kongress der Bukowina in Cernauti (Czernowitz). Bis zum Sturz des Diktators Nicolae Ceausescu war der 23. August Nationalfeiertag. Am 23. August 1944 war der faschistische Diktator Marschall Antonescu gestürzt und das Bündnis mit Hitlerdeutschland aufgekündigt worden.

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