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Ruhm - Kritik zum Film

Ein hochkarätiges Ensemble und eine Bestsellervorlage machen noch lange keinen großen Film. Diese Erfahrung macht der geneigte Kinozuseher auch bei der Daniel-Kehlmann-Verfilmung "Ruhm" von Isabel Kleefeld. Die deutsche Regisseurin verwebt in ihrem Debüt den "Roman in neun Geschichten" in sechs Erzählstränge, die sich immer wieder anhand der Schwierigkeiten der modernen Kommunikationstechnologie berühren. In den Hauptrollen agieren unter anderen Senta Berger, Heino Ferch, Justus von Dohnanyi, Stefan Kurt, Julia Koschitz und Ursula Strauß, doch der in Altman'scher Manier konstruierte Film bleibt zumeist an der glatten Fernsehoberfläche. Ab Freitag im Kino. Alle Spielzeiten auf einen Blick

 “Stell dir mal vor, was das werden könnte: ein Roman ohne Hauptfigur!”, begeistert sich der Schriftsteller Leo im Film. “Es ist alles da – das Thema, die Verbindung, der Bogen, aber kein durchgehender Held.” Genau diese Voraussetzungen werden formal auf der Erzählebene ausprobiert – was auch grundsätzlich nicht uninteressant ist, nur gab es diese Konstruktionen halt schon ein paar Mal. Seien es “Magnolia”, “L.A. Crash” oder “Babel”, das fragmentierte Ineinanderbauen von Storylines, die nebeneinander verlaufen, ist heute nicht mehr sonderlich revolutionär. Kleefeld traut sich zudem nicht, von der Vorlage abzuweichen und lässt die Episoden nach interessantem Beginn nach und nach erlahmen.

“Ruhm” – Ein Roman ohne Hauptfigur, ein Film ohne Tiefgang

Die Geschichten selbst bleiben überschaubar: Der Techniker Joachim bekommt durch einen Fehler die gleiche Telefonnummer wie ein deutscher Hollywoodstar, was ihm mit der Zeit immer mehr Freude bereitet. Dieser trifft wiederum auf seinen Doppelgänger und bekommt dadurch die Gelegenheit, in der scheinbaren Anonymität auch echte Gefühle zu entwickeln. Eine krebskranke Frau wählt dazwischen ihren eigenen Tod in einem Sterbehilfezentrum, eine Krimiautorin gerät in einer ehemaligen Sowjetrepublik in eine verhängnisvolle Odyssee, und der bereits genannte Autor mit der Vorliebe für verschränkte und pathosschwangere Charakterzeichnungen kriegt gar nicht mit, dass seine Freundin ihm gar nichts mehr aus ihrem Leben erzählt.

Einige Episoden funktionieren in dieser Adaption besser, andere schlechter, manche Figuren wirken unterfordert, manche – wie Senta Berger – schaffen es dennoch, in nur wenigen Minuten eine Tiefe und Kraft zu erzeugen. Ein einheitlicher Eindruck entsteht nur selten, obwohl manche Geschichten durchaus das Zeug für die große Leinwand hätten. Größtenteils schwächelt der Film aber auch nicht zuletzt daran, dass das enge Korsett der Vorlage und die wenig inspirierten Übergänge das ganze Unternehmen um einiges zu klein für großes Kino wirken lassen. Die Sehnsucht nach einem glücklichen Leben unter Erfolgsdruck, von dem Grimme-Preisträgerin Kleefeld erzählt, kann man die meiste Zeit über nur erahnen.

(APA)

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