Ruf nach verpflichtendem Vorschuljahr

Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl hat ein verpflichtendes Vorschuljahr gefordert, um insbesondere die Deutschkenntnisse von Migrantenkindern zu verbessern.

Im Ö1-Morgenjournal sagte Brandsteidl am Freitag, für dieses „nullte Schuljahr“ müssten speziell dafür geschulte Pflichtschullehrer eingesetzt werden.


Die SPÖ-Politikerin beruft sich mit ihrer Forderung auf den Pädagogik-Experten Hans-Jürgen Krumm von der Wiener Universität. Dieser bezeichnete die derzeit vorgesehene Deutschprüfung für Ausländerkinder vor der Einschulung als wenig sinnvoll. „Die Prüfung in einer Sprache, die ich nicht kann, verängstigt, verunsichert und bringt nichts.“ Es würden dadurch nur Kosten entstehen. Außerdem erteilte er einer „segregierten Sprachförderung“ von Ausländerkindern eine Absage.


Im Bildungsministerium wird der Vorstoß von Brandsteidl zurückgewiesen. Wie aus dem Büro von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) heißt, soll nur die Schuleinschreibung um ein Jahr vorverlegt werden. Dabei festgestellte Sprachdefizite könnten dann in speziellen Kursen behoben werden. „Für alles andere ist der Kindergarten zuständig“, heißt es laut Ö1 im Ministerium.


Ein verpflichtendes Vorschuljahr für Ausländerkinder hatten unter anderem FPÖ-Vizekanzler Hubert Gorbach, SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer gefordert. ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon hatte eine solche Forderung unter anderem mit Hinweis auf verfassungsrechtliche Bedenken zurückgewiesen und sich stattdessen für „sanften Druck“ (offenbar auf die Eltern der Kinder) ausgesprochen.

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