Rätselraten über Bombenexplosion in Göttingen

Einsatzkräfte am Unglücksort
Einsatzkräfte am Unglücksort ©APA (dpa)
Nach der Explosion einer Weltkriegsbombe mit drei Toten in Göttingen ist die Ursache für das Unglück am Mittwoch zunächst völlig rätselhaft geblieben. Die Polizei setzte eine 24-köpfige Sonderkommission ein, um die Umstände der Detonation zu klären. Auch die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Die Mitarbeiter des niedersächsischen Kampfmittelräumdienstes hatten am Dienstagabend noch nicht mit der Entschärfung begonnen, als die Bombe plötzlich hoch ging und drei Männer in den Tod riss.
Bombenexplosion in Göttingen

Bei der Explosion um 21.36 Uhr auf einer Baustelle am Rande des Göttinger Schützenplatzes wurden zwei weitere Mitarbeiter des niedersächsischen Kampfmittelräumdienstes schwer verletzt, sie schwebten laut Polizei am Mittwoch aber nicht mehr in Lebensgefahr. Sechs weitere Mitarbeiter erlitten einen Schock oder leichte Verletzungen. Die ums Leben gekommenen Bombenspezialisten im Alter von 55, 52 und 38 Jahren galten als sehr erfahren.

Sprecher von Polizei und Feuerwehr sagten vor Journalisten in Göttingen, die Explosion sei völlig überraschend erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sei noch nicht an der 500-Kilo-Bombe mit Säurezünder gearbeitet worden. Dies sollte erst nach Einrichtung eines Sperrbezirks mit einem Radius von 1.000 Metern und nach Passieren der letzten ICE-Züge auf einer benachbarten Bahntrasse gegen 22.30 Uhr erfolgen.

Am Donnerstag der vergangenen Woche war wenige Meter entfernt die Entschärfung einer anderen Bombe ohne Zwischenfälle gelungen. Dagegen habe es beim Freilegen des zweiten Sprengkörpers auf der Baustelle Probleme mit dem starken Grundwasser gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sei bei der Explosion noch am Ort ihres Auffindens gelegen. Am Wochenende hatte auf dem Schützenplatz noch ein Flohmarkt stattgefunden.

Die Ermittlungen zur Unglücksursache gestalteten sich zunächst schwierig. Die Untersuchungen an der Explosionsstelle konnten erst am Mittwochmittag beginnen. Zunächst mussten Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes aus Thüringen das direkte Umfeld nach weiteren Bomben untersuchen, bevor das Gelände freigegeben werden konnte. Rund um den Unglücksort blieb zunächst ein Sperrbezirk von 300 Metern bestehen, von dem auch Schulen und Unternehmen betroffen waren.

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