Rotes Kreuz fordert 15 Mio. Euro aus Katastrophenfonds im Jahr

ÖRK-Präsident Gerald Schöpf forderte 17 Millionen Euro jährlich aus dem Katastrophenfonds, um das Rote Kreuz krisensicher machen zu können.
ÖRK-Präsident Gerald Schöpf forderte 17 Millionen Euro jährlich aus dem Katastrophenfonds, um das Rote Kreuz krisensicher machen zu können. ©APA/HANS PUNZ
Aus den Mitteln des Katastrophenfonds verlangt das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) jährlich 15 Millionen Euro, um Investitionen in eine krisensichere Infrastruktur tätigen zu können.
Rotes Kreuz: Hilfslieferungen in Ukraine
Rotes Kreuz seit einem Jahr im Dauereinsatz

"Damit könnten wir eine zukunftssichere Organisation schaffen", sagte die stellvertretende Bundesrettungskommandantin Monika Stickler am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Wien. Sie forderte außerdem ein Krisensicherheitsgesetz "vor der nächsten Krise" mit "idealen Strukturen" gegen eine solche.

Rotes Kreuz fordert pro Jahr 15 Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds

"Corona hat uns gezeigt, dass Österreich nicht in allen Bereichen gut auf Krisen vorbereitet ist", meinte Stickler. Ein "stabiles organisationsübegreifenden Fundament" sei dafür unerlässlich. Neben dem Bund und den Ländern sollten zukünftig Hilfsorganisationen und Fachleute aus verschiedenen anderen Bereichen in die Krisenbewältigung eingebunden werden, und dies nicht abgekoppelt in Expertengremien. Ein ganzheitliches Krisensicherheitsgesetz könne "falsch verstandenem Föderalismus" begegnen und dafür sorgen, dass den Erfahrungen und dem Wissen von Expertinnen und Experten Rechnung getragen wird. Diskussionen über Verantwortlichkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden und Hilfsorganisationen "soll es geben, aber bitte vorher und nicht während des Einsatzes", betonte Stickler.

Rotes Kreuz benötigt Geld, um krisensicher zu werden

Um das Rote Kreuz krisensicher zu machen, benötigt es Geld. Derzeit drohen bei einem großflächigen Ausfall der Infrastruktur infolge der Klimakrise, Naturkatastrophen oder sonstiger unvorhergesehener Ereignisse Einschränkungen oder gar Ausfälle bei den Dienstleistungen, für die das Rote Kreuz seit je her steht. "Bei einem Blackout kommt dann die Rettung oder die mobile Hauskrankenpflege nicht mehr", warnte Stickler. Die Investitionen, um das zu verhindern, seien mit Spendengeldern allein nicht zu stemmen. Um autark handlungsfähig zu bleiben, bedürfe es einer Zuteilung von staatlichem Geld aus dem Katastrophenfonds.

Schöpfer ging auf Ukraine-Krieg und seine dramtischen Folgen ein

ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer ging auf den Krieg in der Ukraine und die dramatischen Folgen für die betroffene Bevölkerung ein. Mehr als 11.500 internationale Rot-Kreuz-Helferinnen und -Helfer stünden in der Ukraine im Einsatz, mehr als 2.700 Tonnen Hilfsgüter wurden bisher in die Ukraine gebracht. Aber auch in Österreich gebe es zahlreiche Menschen, denen geholfen werden müsse - das sei dem Roten Kreuz nur mit über 70.000 Freiwilligen möglich. "Die sind ein Schatz, der auch gepflegt werden muss", hielt Schöpfer fest.

Schöpfer trat für Aufstockung des Freiwilligenfonds in Österreich ein

In diesem Zusammenhang trat Schöpfer für eine Aufstockung des Freiwilligenfonds ein, um das Management der Freiwilligen-Arbeit sichern und ausbauen zu können. Der ÖRK-Präsident sprach sich außerdem für gesetzliche Änderung beim Freiwilligen Sozialjahr aus, das derzeit 578 junge Menschen absolvieren. Diese dürfen derzeit nicht im Katastrophen- und Zivilschutz eingesetzt werden - für Schöpfer nicht nachvollziehbar: "Das wäre wie ein Dachdecker, der der nicht aufs Dach darf." Grundsätzlich forderte der ÖRK-Präsident, dass Absolventinnen und Absolventen des Freiwilligen Sozialjahrs den Zivildienstleistenden gleichgestellt werden: "Sie sollten ebenfalls Wohnkostenbeihilfe und das Klimaticket erhalten." Außerdem sollte ihnen ihr Dienst an der Gesellschaft auf die Pensionsversicherungszeiten angerechnet werden.

ÖRK-Generalsekretär kündigte Großeinsatz in der Ukraine an

In puncto Ukraine kündigte ÖRK-Generalsekretär Michael Opriesnig einen "Großeinsatz" des Roten Kreuzes ein. Mit einer so genannten Cash- & Voucher-Assistance soll die betroffene Bevölkerung unterstützt werden. Mobile Health-Kliniken sind eben so im Werden wie Maßnahmen zur Wasser- und Hygiene-Versorgung vor Ort.

346 Millionen Menschen in Afrika von Hunger bedroht

Neben der Ukraine dürfte aber keinesfalls auf andere Krisenregionen vergessen werden, appellierte Opriesnig: "In den nächsten Monaten sind in Afrika 346 Millionen Menschen von Hunger bedroht." Aufgrund der ausfallenden Getreidelieferungen aus der Ukraine und Russland würden" noch mehr Menschen in die Armut und in den Hunger getrieben".

(APA/Red)

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