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Rotes Kreuz brachte getrennte Kinder wieder zu ihrer Mutter

Österreich - Dem Roten Kreuz ist es über die Staatsgrenzen hinweg gelungen, eine 26-jährige Mutter wieder mit den von ihr getrennten Kindern zusammenzuführen.

Die hochschwangere Frau hatte bei der Reise nach Österreich zwei von ihren drei Buben in Kiew zurücklassen müssen. Die Zahl derartiger Familienschicksale ist zuletzt stark gestiegen, berichtete der Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich Leo Pallwein-Prettner in einer Presseaussendung am Dienstag.

Das Rote Kreuz war von der Österreichischen Botschaft in Kiew Mitte Juni über einen „Notfall“ informiert worden: Die 26-jährige Mata Dabujeva – sie ist gebürtige Tschetschenin und Witwe – wollte nach Österreich reisen. Doch für ihre beiden älteren Buben, den achtjährige Salakh und den fünfjährigen Magomed lag keine Reiseerlaubnis vor. So durfte sie nur mit ihrem jüngsten Sohn Hamsa nach Österreich. Die beiden Buben wurden vorübergehend in einer Sozialeinrichtung in Kiew untergebracht.

Anfang Juli brachte Dabujeva in Linz ihr viertes Kind – ein Mädchen – zur Welt. Das Rote Kreuz und die International Organisation for Migration (IOM) konnte jetzt die zwei in Kiew verbliebenen Kinder nach Österreich holen und zu ihrer Mutter bringen. Sie sind wohlauf und haben gleich ihr neues Geschwisterchen begrüßt.

Das Rote Kreuz hat sich zum Ziel gesetzt, bei Familienzusammenführungen zu helfen. Dazu wurde eine zentrale koordinierende Stelle im Jänner in Wien beim Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes eingerichtet. Sie wird vom europäischen Flüchtlingsfonds und dem Innenministerium im Rahmen eines Projektes gefördert. Unterstützt werden Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte, die im Rahmen des Familienverfahrens nach dem Asylgesetz Angehörige ihrer Kernfamilie nach Österreich holen wollen.

Pallwein-Prettner schilderte, dass seine Organisation in Oberösterreich derzeit 20 derartige Fälle laufen hat. Im vergangenen März waren es noch sieben gewesen. Das Rote Kreuz hilft bei der Bewältigung der bürokratischen Hürden, bereitet dazu die entsprechenden Anträge vor, stellt den Kontakt mit den Behörden her, übernimmt die Einreiseabwicklung und auch einen Teil der Reisekosten. „Die Freudentränen und die glücklichen Gesichter bei einer Familienzusammenführung rechtfertigen all unsere Mühen“, betonte Pallwein-Prettner.

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