Rot und Grün gegen Studiengebühr

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Während die TU 10.000 Euro Studiengebühr will, wollen sowohl Grün als auch Rot die "Beiträge" gänzlich abschaffen.

Rote Jugendorganisationen wollen deren Gegenwert nach der Wahl lieber verfuttern und vertrinken: Sie veranschaulichten unter dem Motto „Ab Sonntag essen wir die Studiengebühren“ mit vollen Einkaufswägen, was sich Studenten um 363,36 Euro pro Semester ansonsten kaufen könnten.

Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen absolvierte bei seinem Auftritt quasi ein Heimspiel: Er unterrichtete Jahrzehnte an der Uni Wien, die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) sind darüber hinaus die stimmenstärkste Studentenfraktion. Kritik übte er an Studien- und Finanzsituation der Universitäten: Zwar sei er „alt genug, um zu sagen, früher war’s auch schlimm – wir waren damals alle Autodidakten“.
Die vergangenen zehn Jahre seien aber ein Rückschritt gewesen. Die Studenten forderte er auf, sich bei schlechten Betreuungsverhältnissen „nix gefallen zu lassen“ und sich in der Studentenvertretung zu engagieren.

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Auch sonst standen „klassische“ grüne Themen und Forderungen auf dem Programm: Bis zum Ende der übernächsten Legislaturperiode wollen die Grünen die Studentenzahlen um mindestens die Hälfte erhöhen. Um dies zu erreichen, sollen die Studiengebühren abgeschafft werden, denn „wir brauchen jedes Talent“, so Van der Bellen. Den Einfluss der Uni-Räte will er zurückdrängen und die Mitbestimmung der Assistenten und Studenten wieder stärken: Früher habe man sich als Professor bei Berufungen immer wieder mit den Studenten streiten müssen – „aber das war ja der Sinn der Übung“.

10.000 Euro Studiengebühr?

Auf die Abschaffung der Studiengebühren als Wahlkampfthema setzt auch die SPÖ: SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal kritisierte im Gespräch mit der APA den Vorstoß des Rektors der Technischen Universität (TU) Wien, Peter Skalicky, für kostendeckende Studiengebühren bis zur Höhe von 10.000 Euro, die durch großzügige Stipendien bis zur Befreiung bei sozialer Bedürftigkeit abgefedert werden sollen.

„Jetzt wird’s langsam absurd“, so Broukal: „Wir brauchen nicht kostendeckende Studiengebühren, sondern keine.“ Die Unis seien keine Privat-Einrichtungen der Rektoren: „Wer den Mut hat, soll eine private Uni gründen und sich keine staatliche unter den Nagel reißen.“ Nötig sei vielmehr ein Programm, das bereits an den Schulen beginnt, Begabungen zu wecken und für die Unis zu interessieren – mit Studiengebühren würden diese Begabungen aber abgeschreckt.

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