AA

Rom setzt Heer gegen Brände in Süditalien ein

Die italienische Regierung hat den Einsatz des Militärs zur Bekämpfung der Waldbrände in Süditalien beschlossen.

800 Soldaten werden nach Sardinien entsandt, um die Brände unter Kontrolle zu halten, die seit Wochen Hunderte von Hektar Wald zerstört haben. Die Soldaten sollen die Insel auch auf der Suche nach Brandstiftern patrouillieren, hieß es in einer Pressemitteilung des römischen Ministerrats.

Die Brände wüten auch in den süditalienischen Regionen Kampanien und Sizilien. Beim Brand seines Waldes kam ein 80-jähriger Bauer auf Sizilien ums Leben, der vergebens versucht hatte Flammen zu löschen, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Canadair-Flugzeuge sind im Einsatz, um die Flammen zu löschen.

Die Offensive gegen Pyromanen wird immer schärfer. In der Region Kalabrien wurden zwei Männer unter dem Vorwurf festgenommen, einen Brand in einem Pinienwald gelegt zu haben. Ein Gericht in Montepulciano bei Siena verurteilte einen Brandstifter zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Der 68-Jährige war vor einer Woche festgenommen worden, während er einen Brand legte. Ein 72-jähriger Viehzüchter wurde in Latina südlich von Rom ebenfalls wegen Brandstiftung zu zweieinhalb Jahren verurteilt.

Seit Jahresbeginn wurden 8.000 Brände in Italien gemeldet. Dabei gingen 60.000 Hektar Wälder verloren, berichtete der Präsident der Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso. Im Gesamtjahr 2002 waren wegen Bränden 130.000 Hektar Wälder verloren gegangen. “Die Kriminalität steckt hinter der Plage der Brände”, betonte Innenminister Giuseppe Pisanu. Er versprach ein Gesetz, demnach auf den von den Flammen vernichteten Gebieten weder gebaut, noch gejagt werden darf.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Rom setzt Heer gegen Brände in Süditalien ein
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.