Rom: Bomben in mehreren Botschaften

Innerhalb weniger Stunden sind zwei Bomben in der chilenischen und Schweizer Botschaft in Rom explodiert. Dass eine dritte in der ukrainischen Botschaft gefunden worden sein soll, wird inzwischen dementiert.
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Eine Person ist bei der Explosion einer Paketbombe in der chilenischen Botschaft in Rom am Donnerstag verletzt worden. Der Verletzte ist ein Angestellter der Botschaft. Er schwebt nicht in Lebensgefahr. Die Explosion ereignete sich wenige Stunden, nachdem eine Paketbombe einen Angestellten der Schweizer Botschaft in Rom schwer verletzt hatte.

Bei der Explosion einer Bombe in der Schweizer Botschaft verletzte sich ein 53-jähriger Angestellter an beiden Händen schwer, er wurde in der römischen Poliklinik Umberto I operiert. Ihm droht die Amputation beider Hände, berichteten italienische Medien.

In Schweizer Strafanstalten sind einige italienische Anarchisten inhaftiert, darunter Luca Bernasconi, ein in Italien wohnhafter Tessiner. Mit zwei weiteren italienischen Anarchisten, Costantino Ragusa und Silvia Guerini, war er im vergangenen April von den Schweizer Justizbehörden festgenommen worden. Für ihre Freilassung plädierte der Schweizer Anarchist Marco Camenisch, der 1991 in Italien festgenommen worden war. In den vergangenen Tagen war der als “Ökoterrorist” bekannte Camenisch aus Solidarität mit den drei inhaftierten Anarchisten in den Hungerstreik getreten.

Im Oktober war vor der Schweizer Botschaft in Rom bereits ein kleiner Sprengkörper gefunden worden, der jedoch nicht explodierte. Unweit des Sprengkörpers lag ein Brief mit Slogans für die Freilassung der drei in der Schweiz inhaftierten italienischen Anarchisten.

Der italienische Außenminister Franco Frattini verurteilte den Anschlag. Er drückte dem Opfer und dem Schweizer Botschafter in Rom seine Solidarität aus. “Der Anschlag hat internationale Aspekte”, sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno, der den Schweizer Botschafter Bernardino Regazzoni traf.

Erst am Dienstag war ein Sprengkörper in einer römischen U-Bahn-Station entdeckt worden, der sich jedoch als harmlos erwies. Das Päckchen wurde von einem U-Bahn-Fahrer in einem leeren Waggon unter einem der Sitze in der Station “Rebibbia” gefunden.

Die Paketbomben, die am Donnerstag in der chilenischen und Schweizer Botschaft in Rom explodiert sind, stammen vermutlich aus Griechenland. Die italienische Polizei vermutet, dass die Paketbomben von der selben terroristischen Organisation gesendet worden seien, die im vergangenen November Briefbomben an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und den italienischen Premier Silvio Berlusconi geschickt hatten.

Die Behörden dementierten inzwischen, dass eine Paketbombe auch in der ukrainischen Botschaft eingetroffen sei. Kontrollen ergaben, dass ein verdächtiger Brief, der die Botschaft erhalten hatte, harmlos war.

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