Rom: Al Kaida-Drohungen

Italien nimmt die Drohungen der fundamentalistischen Aktivisten ernst, die mit einem Blutbad gedroht hatten, sollte Rom die im Irak stationierten Truppen nicht zurückziehen.

„Wir tun alles Mögliche, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren. Zugleich wissen wir jedoch auch, dass es nirgendwo auf der Welt totale Sicherheit gibt“, sagte der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“ (Montagausgabe).

„Das Innenministerium, die Polizei und die Sicherheitskräfte arbeiten zusammen, um alle Gefahren auf nationaler und internationaler Ebene abzuwenden“, sagte Pisanu. Er berichtete, dass das Innenministerium 13.600 so genannte „sensible Einrichtungen“ bewache, die in die Schusslinie von Attentätern geraten könnten. Rund 4.000 Soldaten seien zur Sicherheit von Institutionen, Monumenten, Kirchen und des Vatikan eingesetzt.

Der Innenminister drängte auch auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsdiensten in Europa. „Auch nach den Anschlägen in Madrid im März besteht immer noch keine volle Zusammenarbeit zwischen den Polizei- und Sicherheitssystemen der EU-Länder“, bemängelte der Innenminister. Er machte rechtliche, technische, historische und kulturelle Probleme für diese Schwierigkeiten verantwortlich. „Wir müssen alles unternehmen, um die Zusammenarbeit im Rahmen der Europol zu stärken“, warnte Pisanu.

Eine Gruppe, die sich selbst als europäischer Flügel der Al-Kaida-Organisation bezeichnet, hatte am Wochenende Australien und Italien mit Anschlägen gedroht, sollten beide Länder nicht ihre Truppen aus dem Irak abziehen. Auf einer Internetseite drohte die Gruppe am Samstag, sie werde Australien und Italien „mit Kolonnen präparierter Autos“ angreifen, wenn diese Länder ihre Forderungen nicht erfüllten. Unterzeichnet war die Erklärung mit „Islamische Tauhid Gruppe, Al-Kaida-Organisation Europa“.

An Italien gerichtet hieß es in der Erklärung: „Italiener, wir raten Euch, unser Angebot anzunehmen und wenn Ihr ablehnt, werdet Ihr hören, wie die Kolonnen präparierter Autos eure Städte erschüttern.“ Die Gruppe sprach auch Drohungen gegen australische Interessen in arabischen und moslemischen Ländern aus. „Unsere Arme sind lang und wir können jeden erreichen, wann immer wir wollen.“

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