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Roland Düringers "Africa Twinis" feiern Premiere in Wien

Die Premiere fand im Wiener Stadtsaal statt.
Die Premiere fand im Wiener Stadtsaal statt. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Dienstagabend haben die "Africa Twinis" in Wien Premiere gefeiert. Zu sehen ist das Stück von Roland Düringer vorerst bis November 2020.

Mit "Africa Twinis" legt Roland Düringer eine Pause von der Politik ein und wendet sich wieder seiner Leidenschaft zu - dem Motorradfahren. Sein neues Programm um zwei grundverschiedene Jugendfreunde, die sich mit der Fahrt vom Waldviertel nach Dakar einen Traum verwirklichen wollen, feierte am Dienstagabend im Wiener Stadtsaal Premiere. Weitere Termine sind derzeit bis November 2020 geplant.

Zwei Jugendfreunde bei ihren Vorbereitungen zur Motorrad-Reise

Inspiriert durch die Rallye Paris-Dakar versuchten die zwei Freunde Engelbert Fröschl und Alois "Loisl" Zankl schon 1986, auf ihren Motorrädern vom Waldviertel nach Dakar zu fahren, scheiterten aber bereits im Horner Wald kläglich an technischen Gebrechen. "Dakar is ned ums Eck", musste man resigniert feststellen. Der Klang einer nicht mehr funktionstüchtigen Puch MCH 250, gepaart mit einem wiederholten verzweifelt-hohen "Scheiße" tönt aus dem Off.

Düringer hat sein dreizehntes Soloprogramm als "Hörspiel mit Licht" konzipiert, wie er am Ende des Abends selbst erklärt: "Der Film soll im Kopf entstehen." Und so steht er, ganz in Schwarz, allein auf der mit ebenfalls schwarzen Vorhängen eingerahmten Bühne. Die einzigen Requisiten sind die Thermosflasche mit dem heilenden Alkohol, den Loisl seinem Freund Engelbert mitbringt, und ein Sessel. Präzise eingesetzte Motorengeräusche, zankende Navigationssysteme und Klingeltöne bilden die Geräuschkulisse.

Um mehr als dreißig Jahre gealtert und, Düringer zufolge, "in voller Mannesblüte" wagen sich die "Africa Twinis" - der Titel steht übrigens nicht nur für die zwei Brüder im Geiste, sondern auch für ihr Gefährt, die Honda Africa Twin - nun noch einmal an das Wüstenrennen. Loisl ist zum notorisch unpünktlichen "Hallodri" und "Dampfplauderer" herangewachsen, dem die Kenntnisse der deutschen Grammatik beim Weltenbummeln abhandengekommen sind. Der geschiedene, frühpensionierte Risikomanager Engelbert wohnt immer noch im Haus der Mama, die zwar schon verstorben ist, aber immer noch wie ein Teufelchen auf seiner Schulter den Kommentar zu seinem Leben liefert. Ewig unterscheidet die beiden ihre Lebenseinstellung: "Du gehst über die Straße, wenn die Lampe grün leuchtet; ich geh, wenn nichts kommt", erläutert Loisl.

Stück kommt eher langsam in die Gänge

In der ersten Hälfte kommt das Dakar-Abenteuer eher langsam in die Gänge, und der Humor wirkt manchmal seicht. So soll Engelbert seinem Freund unter Druck etwas demonstrieren, das er gut kann. Engelbert entscheidet sich für das tägliche Zähneputzen und bekommt als erschwerendes Element ein paar "Kluppen am Zupf". Auch auf Witze, die darauf aufbauen, dass Loisl und die Mama immer noch Begriffe wie "Neger" oder "Schwuchtel" verwenden, was Engelbert sofort beanstandet, hätte man verzichten können.

Nach der Pause gewinnt die Story schließlich an Fahrt und lässt große Sympathien mit dem zögerlichen Mittfünfziger Engelbert aufkommen, dessen Vorhaben sich nicht so einfach gestaltet wie erwartet. Der Hörspielcharakter dringt nun in den Vordergrund und der Schmäh wird zweitrangig, was dem Stück keineswegs schadet.

"Africa Twinis" enthält klugen Rat

Mit seinem neuen Programm knüpft Düringer thematisch eher an seine Anfänge, etwa sein Erfolgsprogramm "Benzinbrüder", an, als an sein jüngeres Werk. 2016 hatte er mit seiner eigenen Liste "G!LT" bei der Nationalratswahl eventuell erfolglos versucht, Nichtwähler zu mobilisieren, in seinem Programm "Der Kanzler" persiflierte er anschließend die österreichische Politik. "Africa Twinis" kommt auf erfrischende Weise ganz ohne politische Message daher, dafür aber mit dem klugen Rat, die eigenen Träume nicht unverwirklicht zu lassen.

(APA/Red)

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