Riesenjubel in kroatischer Enklave

Eine eigene Fanzone für Kroaten gibt es in Pörtschach am Wörther See, den sogenannten Karlovacko Korner. Dort herrschte bei der Live-Übertragung des Spiels Bombenstimmung.

Tausende Fans bejubelten jeden Spielzug ihrer Mannschaft, als das 1:0 für Kroatien fiel, gab es Freudentänze. Nach dem Schlusspfiff und dem Sieg ihrer Mannschaft brandete unbeschreiblicher Jubel auf.

Das Areal im Zentrum des Tourismusortes könnte ebenso gut in Karlovac sein, sogar die Match-Übertragung auf der Großbildleinwand lief in kroatischer Sprache. Wo in früheren Jahren Udo Jürgens in “Rainer’s Bar” rauschende Feste feierte, nämlich am Monte-Carlo-Platz, dominiert derzeit rot-weißes Karo. “Wir bleiben selbstredend bis Montag, da spielen unsere Jungs ja wieder”, meinte ein kroatischer Fan, der eigens aus seinem Arbeitsort in Süddeutschland nach Kärnten gekommen war.

“Da gibt es tagelang Party, ich habe extra Urlaub genommen”, erklärte ein anderer, der aus Rijeka angereist war. Ein Familienvater, der mit Frau und Kindern nach Kärnten gekommen war, verwahrte sich gegenüber der APA gegen das Vorurteil, die kroatischen Fans seien gewaltbereit: “Hätte ich sonst meine beiden kleinen Kinder mit hierher genommen?”

Für den Abend erwarteten die Organisatoren bis zu 7.000 Fans, und zwar “egal ob wir gewinnen oder verlieren”. Gefeiert werde auf jeden Fall, denn schließlich sei das Ganze ja nur ein Spiel. Auch die Securities stellten den kroatischen Gästen ein gutes Zeugnis aus. “Sie sind sehr höflich und kooperativ, ich glaube, da gibt es eine Reihe von Vorurteilen”, meinte eine Angestellte des Sicherheitsdienstes.

Nach dem zweiten Tor schäumte die Stimmung über, Fans fielen einander um den Hals, auch Zaungäste und Journalisten wurden umarmt. An den Sieg glauben wollten viele aber noch immer nicht, zu groß war die Angst vor den späten Toren, für die Deutschlands Kicker bekannt sind. Entsprechend ruhig wurde es auf dem Areal, als der Anschlusstreffer fiel.

In den letzten Minuten gab es noch einmal extreme Anspannung, die Sekunden bis zum Schlusspfiff wurden heruntergezählt, danach gab es kein Halten mehr. Ein Fan kniete sich sogar hin und küsste den Boden. “Jetzt wird gefeiert bis morgen früh, und am 29. Juni sind wir Europameister”, erklärte er, und holte sich ein Bier.

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