Ried knöpft Salzburg einen Punkt ab

Salzburg führte zweimal durch Tore von Janko, den Riedern gelang durch Nacho und Kujabi jeweils der verdiente Ausgleich.

Janko, an dem bereits längst Vereine aus Europas Top-Ligen Interesse angemeldet haben, hält nun bereits bei 22 Treffern in der laufenden Meisterschaft, der Vorsprung auf den in der Schützenliste zweitplatzierten Maierhofer (Rapid) beträgt ganze zehn Tore. Janko ist nur mehr ein Tor vom Salzburger Club-Rekord entfernt, diesen hält (noch) Oliver Bierhoff mit 23 Treffern in der Saison 1990/91.

Die Rieder waren in der ersten Spielhälfte zumeist klar am Drücker. Aus einer sicher stehenden Defensive versuchten es die Innviertler auffällig oft, Salzburg-Goalie Arzberger auf dem nassen Rasen mit Fernschüssen zu überraschen, doch Mader (1.), Lexa (5., 14.), Kujabi (9.), Drechsel (22., 45.), Ulmer (27.) und Nacho (35.) scheiterten. Zudem verpasste ein Stocklasa-Kopfball nur knapp das Ziel (35.). Vor dem Rieder Tor war vergleichsweise wenig los. Janko zeigte sich erstmals mit einem Schuss, bei dem Gebauer keine Probleme hatte (20.).

Beim zweiten Versuch hatte Janko dann aber keine Mühe mehr, seine eindrucksvolle Trefferserie fortzusetzen und seinen Marktwert weiter zu steigern. Nach einem fatalen Drechsel-Fehlpass bediente Pitak Janko und dieser verwandelte aus sieben Metern fast traumwandlerisch sicher flach ins linke Eck (29.). Demonstrativ küsste Janko das Salzburger Club-Wappen, der 25-Jährige scheint also trotz des möglichen Aufstiegs zu einem Club in England, Deutschland, Spanien oder Italien noch mit Herz und Seele ein Bulle zu sein.

Nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Gleich nach Wiederbeginn gelang den Riedern der verdiente Ausgleich. Ähnlich wie Drechsel leistete sich dabei Sekagya einen groben Fehlpass, Drechsel bediente Nacho und der Spanier bezwang den alles andere als glücklich agierenden Arzberger aus 18 Metern (48.). Nur fünf Minuten später war – nach Glasner-Schnitzer – wieder Janko-Time, der Ausnahmestürmer schien den Ball zunächst bereits verstolpert zu haben, “vernaschte” dann aber sehenswert Goalie Gebauer und schoss trocken ins lange Eck ein (53.). Der neuerliche Ausgleich gelang fast im Gegenzug, Kujabi traf von knapp außerhalb des Strafraums platziert und flach ins linke Eck (56.).

In der Schlussphase hatten die Rieder Chancen durch Ulmer (68., 91.) und Drechsel (72.), Bodnar (77.) und Janko (86., 93.) hätten das Match zugunsten der Gäste entscheiden können. Damit sind die Rieder daheim weiter unbesiegt (6 Siege, drei Remis), in den jüngsten zehn Partien hat die Gludovatz-Truppe nur einmal verloren. Die Salzburger mussten sich nach sieben Siegen en suite wieder einmal mit einem Remis zufriedengeben.


Paul Gludovatz (Ried-Trainer): “Ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden, denn wir hätten klar gewinnen müssen. Bei den Gegentoren haben wir Geschenke verteilt. Wir wollten Showtime bieten und haben auch Showtime geboten. Wir haben gezeigt, dass wir angreifen können. Aber gegen den FC Janko hatten wir leider ein Problem.”

Herwig Drechsel (Ried-Spieler): “Vor dem 0:1 ist mir ein unerklärlicher Fehler passiert. Aber wir haben immer gefightet, Moral bewiesen und den Punkt mehr als verdient geholt. Es ist schön, solche Erfolge zu feiern, aber wir müssen am Boden bleiben. Wir haben jetzt zwei Auswärtsspiele, da müssen wir uns beweisen.”

Marc Janko (Salzburg-Spieler): “Keine Ahnung warum, aber es läuft sehr gut bei mir. Das Spiel ist nicht ganz nach unseren Vorstellungen gelaufen, aber angesichts der Rieder Heimbilanz muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Dass viele Scouts im Stadion waren, ist mir vollkommen egal. Es sind immer wieder Leute im Publikum, ob das meine Familie ist oder Scouts sind, ist mir egal. Ich plane gar nichts, konzentriere mich voll auf Salzburg und lasse alles auf mich zukommen.”

Co Adriaanse (Salzburg-Trainer): “Auch das erste Tor von Janko war nicht einfach, aber das zweite hat er wirklich super gemacht. Er ist ruhig geblieben und hat den Tormann ausgespielt. Mit diesem Tor hat er bewiesen, dass er nicht nur einfache, sondern auch komplizierte Bälle macht. Er war heute wieder sehr, sehr wichtig für uns.”


SV Josko Fenster Ried – FC Red Bull Salzburg 2:2 (0:1)
Ried, Fill-Metallbau-Stadion, 7.500, SR Gangl

Torfolge: 0:1 (29.) Janko, 1:1 (48.) Nacho, 1:2 (53.) Janko, 2:2 (56.) Kujabi

Ried: Gebauer – Stocklasa, Glasner, Burgstaller – Hadzic, Mader, Ulmer – Lexa, Drechsel (79. Bammer), Kujabi (88. Hackmair) – Nacho (92. Berger)
Salzburg: Arzberger – Bodnar, Sekagya, Meyer, Gercaliu (78. Vonlanthen) – Pitak, Boussaidi, Tchoyi (66. Ngwat-Mahop) – Nelisse, Janko, Zickler (46. Kovac)

Gelbe Karten: Hadzic, Burgstaller bzw. Janko, Kovac
Die besten Spieler: Ulmer, Lexa, Mader bzw. Janko, Pitak, Bodnar

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