Republik Moldau ermittelt wegen "verschwundener" Milliarde

In der Republik Moldau prüfen die Antikorruptionsbehörden mit Unterstützung US-amerikanischer Auditoren das "Verschwinden" einer Milliarde US-Dollar durch "geheimnisvolle" Transaktionen. Ein Teil des Geldes soll laut einem parlamentarischen Bericht an vier russische Banken gelangt sein, meldete AFP am Mittwoch.


Der Fall gelangte an die Öffentlichkeit, nachdem die Moldauische Zentralbank entdeckte, dass drei Banken Kredite im Gesamtwert von fast einer Milliarde US-Dollar gewährten, was etwa 15 Prozent des moldauischen BIP darstellt. Die Transaktionen sollen binnen weniger Tage vor den Parlamentswahlen Ende November 2014 erfolgt sein. Die Empfänger der Kredite konnten nicht identifiziert werden.

Igor Dodon, Vorsitzender der oppositionellen Sozialistischen Partei erklärte gegenüber AFP, dass das Geld wahrscheinlich an Offshore-Firmen überwiesen wurde, wo “dessen Spur verloren ging”. “Das Geld wurde im Wissen zugewiesen, dass es niemals zurückgezahlt werden würde”, so Dodon, der Mitglied der parlamentarischen Untersuchungskommission zu diesem Fall ist.

Die “Banca de Economii”, die “Banca Sociala” und “Unibank” haben gemeinsam rund ein Drittel der moldauischen Aktiva inne, einschließlich der Summen für die Auszahlung der Pensionen. Somit droht der Skandal die Ex-Sowjetrepublik finanziell zu destabilisieren. Der Staat hat im November 2014 die Verwaltung der drei Finanzinstitutionen übernommen, um sie vor einem Konkurs zu bewahren. Zu diesem Zweck wurde die Nationalbank dazu autorisiert, ihnen einen Kredit von vier Milliarden Lei (etwa 207 Millionen Euro) zu gewähren – laut Dodon handelt es sich aber um zehn Milliarden Lei (etwa 520 Millionen Euro).

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