Religiöse Gewalt und Ashura-Fest im Irak

Prozessionen mit Selbstgeißelungen
Prozessionen mit Selbstgeißelungen ©APA(epa)
Am Rande der Feierlichkeiten zum Ashura-Fest im Irak sind bei blutigen Straßenschlachten im Süden des Landes mehr als 70 Menschen getötet worden. Derweil feierten in der Stadt Kerbala etwa zwei Millionen Schiiten unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen den Höhepunkt des Ashura-Fests. Insgesamt wurden im Irak bis Sonntag fast 90 Menschen getötet.

Nach Angaben der Polizei wurden bei den seit Freitagabend andauernden Kämpfen 53 Anhänger der schiitischen Sekte getötet, die als “Jund al-Samaa” (“Soldaten des Himmels”) oder “Gläubige’der Mahdi-Armee” bezeichnet wird. Allein in Basra starben 35 ihrer Mitglieder. Unter den Todesopfern waren laut Polizei auch sieben Polizisten. Mehr als hundert Sekten-Anhänger wurden festgenommen. In Nassiriya kamen 18 Sekten-Anhänger um, zudem wurden sieben Polizisten und drei Zivilisten getötet. Die Armee durchsuchte den Vorort Al–Salhiyah nach weiteren Anhängern der Gruppe. Eine mit Sprengstoff verminte Moschee wurde von Spezialisten gesprengt.

Die “Gläubigen der Mahdi-Armee” hoffen auf eine bevorstehende Rückkehr des Zwölften Imams Mohammad al-Mahdi, der vor mehr als tausend Jahren in jugendlichem Alter verschwunden war. Der Imam soll nach Ansicht der Schiiten “der Welt Gerechtigkeit bringen”.

Einer der Vorfahren des Mahdi, Imam Hussein und seine Anhänger wurden im Jahr 680 in der Schlacht bei Kerbala im Irak von den Truppen des sunnitischen Kalifen Yazid getötet. Für Schiiten markiert das Ereignis einen schmerzlichen Höhepunkt im Ringen um die Führungsrolle im Islam.

In Prozessionen mit Selbstgeißelungen gedachten die Gläubigen des Todes des schiitischen Imams Hussein, der in der heiligen Stadt Kerbala begraben liegt.

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