Regisseur Terry Gilliam wird 65

Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler, der mit "Flying Circus" die Karriere startete, feiert am 22. November seinen 65 Geburtstag. Er ist der einzige Nicht-Brite der Monty-Python-Truppe.

Unter anderem dreht er auch „Brazil“. Seine herrlich absurden Animationen gehörten unverwechselbar zu den Sketchen Terry Gilliam ist derder verrückten Bande des rabenschwarzen Anarcho-Quatsches; der Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler wurde im amerikanischen Minneapolis, Minnesota, geboren. Aber er ist mindestens genauso exzentrisch wie seine britischen Kollegen, mit denen er die Comedy revolutionierte. Und er macht die Märchen der deutschen Brüder Grimm dafür verantwortlich. Am Dienstag (22. November) feiert Gilliam seinen 65. Geburtstag.

„Ich war schon immer angetan von manischen, wahnsinnigen, cartoon-artigen Vorstellungen. Ich mag die Neben-Attraktionen, die Freak-Shows: grotesk, schrecklich, geschmacklos“, beschrieb Gilliam einmal seine Inspirationsquelle. Nichts könnte weiter entfernt sein vom amerikanischen Mainstream, deshalb konnte er sich auch zunächst nur in Europa verwirklichen. Den Geschmack für das Absurde zeigte Gilliam sowohl seit 1969 bei der TV-Serie „Monty Python’s Flying Circus“ als auch bei den späteren Kultfilmen wie „Wunderbare Welt der Schwerkraft“ (1972), „Ritter der Kokosnuss“ (1974), und „Leben des Bryan“ (1978), bei denen er unter anderem als Co-Regisseur, Co-Autor und Darsteller mitwirkte.

Schicksalhafte Begegnung mit John Cleese

Seine ersten Sporen verdiente sich Terry Vance Gilliam, dessen Vater Zimmermann war, als Illustrator für die Magazine „Help“ und „MAD“ in New York. Dorthin war er 1962 nach einem Studium der Politikwissenschaft in Los Angeles gezogen. John Cleese lernte er kennen, als der am Broadway auftrat. Eine folgenreiche Begegnung, denn als sich Gilliam entschloss, seine Zelte in London aufzuschlagen, engagierte ihn Cleese als Cartoonist für seine TV-Show „Flying Circus“ – und mit seiner Karriere ging es bergauf.
Gilliam blieb seinem anarchistischen Humor auch treu, als er sich als Drehbuchautor und Regisseur selbstständig machte. „Brazil“ (1985), eine vielbeachtete Film-Satire über den futuristischen Überwachungsstaat mit Anleihen bei Orwell und Kafka, trug ihm sogar eine Oscar-Nominierung als Co-Drehbuchautor ein. Von den Kritikern hoch gelobt wurde das Großstadtmärchen „König der Fischer“ (1991) über die Freundschaft eines abgehalfterten ehemaligen Radio-Moderators (Jeff Bridges) mit einem verrückten Obdachlosen und ehemaligen Geschichtslehrer (Robin Williams).

Rache an Gebrüder Grimm: “Schuld an meiner Weltanschauung”

Es folgte der düstere Science-Fiction-Thriller “12 Monkeys“ (1995) mit Brad Pitt und Bruce Willis.
Dass das Leben jedoch mindestens so absurd sein kann wie die Ideen im Kopf von Terry Gilliam, zeigte sein fehlgeschlagenes Filmprojekt „The Man Who Killed Don Quixote“ (2001). Nach sieben Jahren Vorbereitung mit drei Fehlstarts hatte er mühsam das Geld aufgetrieben und Johnny Depp engagiert. Aber diesmal ging alles schief: Während der Dreharbeiten in der Wüste bei Navarra benutzte die spanische Luftwaffe die menschenleere Gegend für Testflüge, die den Ton unbrauchbar machten, der französische Hauptdarsteller Jean Rochefort erkrankte schwer, und zu allem Überfluss gab es in der Wüste, in der es 20 Jahre lang nicht geregnet hatte, ein Unwetter, das den Wüstensand in reißende Schlammfluten verwandelte und die Ausrüstung fortschwemmte. Gilliam: „Das war der Beweis, dass es Gott gibt – und er mich hasst“.
Von dem schweren Schlag erholte sich Gilliam erst vor kurzen mit dem Film „Brothers Grimm“ (2005) mit Heath Ledger und Matt Damon. Dabei schickt er seine Helden jedoch nicht auf große Abenteuer, sondern in den puren Horror. Die Märchen der Brüder Grimm hätten ihn geprägt, sagt er. Die Disney-Version der Märchenfiguren, die er neben den Brüdern auftreten lässt, ist eine Hommage auf Gilliam’sche Art:
„Das war meine Rache an den Brüdern Grimm – die sind schuld an meinem verkorksten Blick auf die Welt.“
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