Regenbogenmarsch: Demo gegen "homophobe Gesetze in Russland"

150 Teilnehmer waren beim "Regenbogenmarsch" in Wien dabei.
150 Teilnehmer waren beim "Regenbogenmarsch" in Wien dabei. ©APA
Etwa 150 Menschen haben am Dienstagabend in der Wiener Innenstadt zu der Musik von Conchita Wurst und mit Regenbogen-Fahnen in den Händen gegen "die homophobe Gesetzgebung und die Menschenrechtsverletzungen in Russland" demonstriert.

“Wir fordern Russland und Putin auf, diese menschenrechtsverletzenden Gesetze zu ändern. Und wir appellieren auch an die österreichische Politik: Werdet nicht müde, das anzuprangern”, tönte es vor dem Start des Protestmarsches aus den Lautsprechern am Schwarzenbergplatz. Die Forderungen waren auch in englischer und russischer Sprache zu hören.

Gesetzeslage in Russland

Seit Juni des Vorjahres verbiete ein Gesetz in Russland “homosexuelle Propaganda” unter Kindern und Jugendlichen, wurde kritisiert. Verstöße werden mit schweren Strafen geahndet. “Gegen dieses Gesetz, das besagt, dass man Homosexualität in keinem positiven Zusammenhang nennen darf und weil Putin heute hier ist, demonstrieren wir”, erklärte ein Teilnehmer zu Beginn des Protests.

“Wir wollen ein Zeichen setzen, gegen Intoleranz, Gewalt und Homophobie”, sagte Sabrina Andersrum, die barbusig den Protestzug anführte. In Händen hielt sie ein großes Transparent mit der Aufschrift “To Russia With Love” und dem auffällig geschminkten Antlitz Putins.

Regenbogenmarsch in Wien

Der vom LGBTI (Lesbian-Gay-Transgender-Intersex)-Netzwerk “ToRussiaWithLove” organisierte Regenbogenmarsch hatte zum Ziel, auch in Österreich auf die Situation der Schwulen und Lesben in Russland aufmerksam zu machen. “Es gibt Studien die zeigen, dass es höhere Selbstmordraten bei homosexuellen Jugendlichen gibt als bei Heterosexuellen. Putin wird sie durch dieses Gesetz noch mehr gefährden”, ärgerte sich der 22-jährige Moritz.

Ihren Unmut brachten die Demonstranten auch auf Plakaten zum Ausdruck: “Putin destroys democracy, human rights and nature in Russia” war auf einem zu lesen. “Letzte Woche war ich auf der Erdogan-Demo. Für heute musste ich nur den Namen und das Land ändern. Beide sind sozusagen Diktatoren und beide zerstören alles”, so Lina, die das Schild in die Höhe hielt.

Putin “muss keine Angst davor haben”

“Liebe kennt kein Geschlecht” und “Über Sexualität reden ist kein Verbrechen” war ebenfalls zu lesen. “Putin soll mal Homosexuelle kennenlernen und schauen, wie sie leben. Er soll sich Artikel aus der Sexualwissenschaft durchlesen. Die besagt eindeutig, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Er muss keine Angst davor haben”, meinte der 18-jährige Elias.

Trotz der ernsten Thematik war die Stimmung während der Demonstration fröhlich. Es wurde zu Conchita Wurst-Songs getanzt und über Putin gescherzt. “Ich würde Putin gern sagen, er soll alles nicht so eng sehen. Auf der Welt gibt es viele Farben, auch wenn Russland derzeit nur eine hat”, so ein Demonstrant. “Ich würde ihm sagen: ‘Lieber Putin, kratz’ nochmal die Kurve, dann verlierst du dein Gesicht nicht ganz.'”, sagte ein anderer.

150 Demonstranten nahmen teil

Die etwa 150 Demonstranten marschierten friedlich, begleitet von etwa 30 Polizisten, vom Schwarzenbergplatz durch die Innenstadt zum Minoritenplatz. Der geplante Startpunkt vor dem Russendenkmal musste geändert werden, weil Präsident Putin dort einen Kranz niederlegte. (APA)

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