Rechnungshof: Kritik an Asia Spa Leoben

Der Rechnungshof fürchtet, dass man seine Zeit nicht mehr lange im Asia Spa Leoben genießen kann.
Der Rechnungshof fürchtet, dass man seine Zeit nicht mehr lange im Asia Spa Leoben genießen kann. ©APA
Das Projekt Asia Spa Leoben in der Obersteiermark wurde vom Rechnungshof für einen am Mittwoch veröffentlichten Bericht kritisiert. Die getroffenen Annahmen und Aussichten seien zu optimistisch und die Aufsicht und Prüfung nicht ausreichend gewesen. Während Geschäftsführer Leopold Pilsner von einer "Erfolgsgeschichte" sprach, warnte Grünen-Kontrollsprecher Lambert Schönleitner vor Parallelen zur Aqua Lux-Therme in Fohnsdorf.

Der Rechnungshof untersuchte die Gebarung der Au-Vision GmbH und der Asia Spa GmbH sowie Teilbereiche der Stadtgemeinde Leoben, die allesamt für die Errichtung und Führung des Wellness-Tempels verantwortlich waren. Eingeflossen sind vor allem Zahlen und Fakten aus den Jahren 2008 bis 2010, jüngere Entwicklungen sind daher nur teilweise berücksichtigt worden. Gerade seit Anfang 2011 habe man aber laut Pilser zielgerichtete Änderungen vorgenommen.

Asia Spa soll schon in der Planung Geld verschwendet haben

In dem Bericht kritisiert der Rechnungshof, dass schon bei der Planung des Asia Spas Gelder verschwendet worden seien: Die Ergebnisse eines 100.000 Euro teuren Architekturwettbewerbs für den Bau eines neuen Leobner Bades Ende der 1990er Jahre wurden bei der Umsetzung der asiatischen Badeanlage in den Jahren 2007 bis 2008 nicht mehr weiterverfolgt.

Dafür wurde für das Asia Spa eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, doch die Annahmen seien zu optimistisch gewesen, im ersten Jahr erreichte man nur 65 Prozent. Pilser meinte, dass die Studie von einem renommierten Berater erarbeitet wurde, jedoch hätte damals noch keiner mit der Wirtschaftskrise gerechnet, die für andere Parameter im tatsächlichen Betrieb gesorgt habe.

Keine alternativen Szenarien ausgearbeitet

Die Prüfer vermissten alternative Szenarien mit Best- und Worst-Case-Entwicklungen, die Entscheidungsträger vor dem Bau unterstützen hätten können. Auch die Zahlen für die Einnahmen in der Gastronomie seien zu hoch gegriffen gewesen. Nachdem die Au-Vision GmbH 2010 mangels Einnahmen nicht mehr fortgeführt werden konnte, pachtete mit Jänner 2011 die Stadtgemeinde Leoben die Bade- und Wellnessanlage exklusive Hotel und übernahm damit das Risiko dieses Teilbereichs. Im Pachtvertrag seien aber keine relevanten Steuerungsmöglichkeiten für die Gemeinde enthalten. Außerdem wurden bis 2010 bereits 31,78 Mio. Euro aus öffentlicher Hand für das Projekt aufgebracht bzw. Haftungen übernommen.

“Asia Spa wird zum Klein-Fohnsdorf”

Schließlich mangle es beim Asia Spa auch an nötigen Kontrollinstanzen: “Weder bei der Au-Vision GmbH noch bei der Asia Spa GmbH war ein Aufsichtsrat eingerichtet. Der Geschäftsführer und der Prokurist der Asia Spa GmbH bildeten gleichzeitig ihre Generalversammlung, was einer Selbstkontrolle gleichkam”, ist in dem RH-Bericht zu lesen. Pilser erklärte, dass es sehr wohl Kontrolle in Form eines “De-Facto”-Beirats gebe: “Die Sitzungen finden immer in Beisein der Eigentümer, Betreiber und anderer Organe statt.”

Grünen Kontrollsprecher Lambert Schönleitner appellierte an die Verantwortlichen und meinte die Kritik solle ernst genommen werden, wenn jetzt nicht gehandelt werde, werde das Asia Spa zu einem ‘Klein-Fohnsdorf’ für Bürgermeister Konrad.

(Red./APA)

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