Rebellen töten in Kolumbien zehn Geiseln

Linksgerichtete Rebellen haben in Kolumbien zehn Geiseln getötet, darunter einen Gouverneur und einen ehemaligen Verteidigungsminister.

Das bestätigte Präsident Uribe am Montag. Die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hätten die Entführten während eines Befreiungsversuchs der Armee getötet.

Unter den Geiseln waren Ex-Verteidigungsminister Gilberto Echeverri und der Gouverneur des Staates Antioquia, Guillermo Gaviria, die vor mehr als einem Jahr im Nordwesten des Landes gekidnappt worden waren. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte den Fund von zehn Leichen in einem Grab nahe der Ortschaft Urrao, rund 50 Kilometer westlich von Medellin, der Hauptstadt von Antioquia.

Ein Sprecher betonte jedoch, dass die Identität der Opfer sowie der Zeitpunkt ihrer Todes noch nicht geklärt seien. Die FARC machten in einer Erklärung an mehrere Rundfunkanstalten die Regierung für den Tod der Geiseln verantwortlich.

Gavirias Tochter Lina sagte unter Berufung auf Uribe, bei den übrigen acht Toten handele es sich um Polizisten und Soldaten. Gaviria und Echeverri waren im April vergangenen Jahres entführt worden, als sie einen Friedensmarsch mit mehreren Hundert Teilnehmern von Medellin in die Ortschaft Caicedo anführten.

Der frühere Präsident Ernesto Samper, zu dessen Kabinett Echeverri gehörte, äußerte sich tief betroffen über die Nachricht. „Es scheint, als hätten wir ein unerträgliches Maß an Gewalt erreicht“, sagte Samper.

Die FARC, die größte Rebellenorganisation des südamerikanischen Landes, kämpfen seit den 60er Jahren gegen die Regierung in Bogota.

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