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Reale Welt auf Fotos von Jürgen Teller

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Ungeschminkt, überarbeitet und teilweise sogar nackt - so zeigt der Starfotograf Juergen Teller Stars und Sternchen noch bis Oktober in der Kunstalle im MQ.

Nicht geschönt, nicht versteckt und nicht verklärt zeigt der deutsche Fotograf Juergen Teller in seinen Fotografien sich und seine Modelle – oder anders formuliert: er zeigt „Menschen so wie sie wirklich sind“. Vom 10. Juni bis 17. Oktober sind Tellers Fotografien in der Ausstellung „Ich bin vierzig“ in der Wiener Kunsthalle zu betrachten.

Sich selbst nackt fotografiert

Am radikalsten ist Teller dort, wo er sich selbst fotografiert, erklärte Kunsthallen-Leiter Gerald Matt am Mittwoch. Nacktheit ist für ihn dabei nicht nur körperlich, auch wenn man den 1964 in Erlangen in Deutschland geborenen Teller in der Schau in der Kunsthalle bis zur intimsten Körperstelle begutachten kann.

Teller entblößt die Beziehungsgeflechte seiner persönlichen Umgebung, seine Historie und so manchen Star. Im ersten Bild der Ausstellung in der Kunsthalle setzt er beispielsweise den ödipalen Konflikt mit seinem Vater fort, obwohl dieser freiwillig aus dem Leben geschieden war: Nackt steht Teller auf dem Grab, den Fuß auf einem Fußball (ein Sport, den sein Vater hasste), in den Händen pubertäre Protestsymbole wie Bier und Zigarette.

Mit Kurt Cobain begonnen

Derzeit Star der glamourösen Modefotografie und seit 1986 in London wohnhaft (daher die Schreibung „Juergen“ statt Jürgen) und in den Jet Set-Metropolen tätig, startete Tellers Laufbahn in der weit weniger gelackten Welt der Grunge-Rockbewegung um Nirvana-Sänger Kurt Cobain, den Teller vielfach fotografierte. Heute weist Teller das Klischee des Grunge weit von sich.

Auch von kommerziellen Hochglanzbildern für Luxusmarken will sich der Fotograf wegbewegen. Model-Ikonen wie Kate Moss zeigt er lieber ungeschminkt, mit dem prallen Bauch einer Schwangeren. Auch der „Terminator“ ist bei Teller kein Superman: Arnold Schwarzenegger hält mit dem selbstironischen Ausdruck von Todespanik seinen Kopf in den Rachen eines (ausgestopften) Krokodils.

Link: Mehr Infos zu der Ausstellung

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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