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Razzia in Berliner Großbordell

©Screenshot Reuters
Großeinsatz von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll am Mittwochabend am Berliner Bordell Artemis. Mehrere Hundert Beamte waren an der Aktion beteiligt. Nach Angaben eines Polizeisprechers ging es unter anderem um Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und den Verdacht auf Menschenhandel.

Dem Betreiber des Bordells werde vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge veruntreut zu haben, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner: “Konkret geht es darum, dass den Verantwortlichen vorgeworfen wird, oder der Verdacht besteht, dass sie Dinge gegenüber den Behörden vorgetäuscht haben, dass die Prostituierten, die in dem Bordellbetrieb arbeiten, selbstständig tätig sind. Aber nach unseren Erkenntnissen waren sie das nicht. Im Gegenteil, sie waren einem strengen Reglement unterworfen im Bordell. Sie hatten feste Arbeitszeiten, sie mussten Eintritt zahlen, sie hatten fest vereinbarte Dienstleistungen, die sie erbringen mussten, feste Tarife. Der Aufenthalt war geregelt. Sogar die ärztliche Behandlung war geregelt. Also wir gehen von abhängigen Arbeitnehmern aus, davon aus dass Sozialbeiträge hätten abgeführt werden müssen. Ist nicht passiert. Stattdessen sind nach unseren Erkenntnissen die Behörden darüber getäuscht worden und wir gehen derzeit von einem Schaden allein für die Sozialversicherungsträger von über 17 Millionen Euro aus.”

Im Zuge der Polizeiaktion gab es mehrere Festnahmen. Eine Autobahnauf- und Abfahrt in der Nähe des Bordells wurde gesperrt. Während der Razzia waren nach Polizeiangaben rund 220 Personen im Gebäude, überwiegend Prostituierte und Freier.

(Reuters)

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