Raus aus dem Untergrund, into the City: Großstadtbeats bei Festwochen

Unterschiedliche musikalische, aber auch musiksoziologische Entwicklungen in Großstädten thematisiert das Projekt „Into the City“, das heuer zum zweiten Mal das Musikprogramm der Wiener Festwochen ergänzt.

Bis zum 28. Juni stehen insgesamt 27 Konzerte auf dem Programm, aber auch in zwei Filmnächten, drei Ausstellungen und zwei Theaterabenden widmet man sich intensiv und vielfältig den Musikströmungen verschiedenster Metropolen zwischen Tokio und Sao Paulo.

Während ein Teil des Programms – etwa ein Abend unter dem Titel „Peking Punk“ – bereits vorbei ist, stehen in den kommenden Wochen mit den Schienen „Dubstep“, „Under Construction“, „Walk on the Wild Side“ und schließlich „Imaginary Balkan“ weitere Höhepunkte noch bevor. In zahlreichen Kooperationen locken die Veranstalter mit Clubnächten, Musik zum Selbermachen, einer ordentlichen Portion Balkan-Charme und vielen Partys.

Einer der sechs Schwerpunkte widmet sich dem Dubstep, einem Subgenre der elektronischen Musik in Großbritannien, das nur langsam an die internationale Öffentlichkeit drang. Der weltweiten Verbreitung sowie den verschiedenen Spielarten widmen sich einige Veranstaltungen, am 1. Juni versammelt der „International Day“ im Club „the ZOO“ Musiker aus England, Deutschland, Belgien und Brasilien. Am Tag darauf geben sich Londoner Musiker die Ehre, dabei ist auch ein Österreicher: DJ IZC. Am 3. Juni schließlich finden im „rhiz“ (19 Uhr) diverse Lectures sowie ein Screening von „Living Inside The Speaker“ statt.

Selbst Musik machen kann man im Rahmen der Reihe „Under Construction“ bei der Installation „Reverse Karaoke“ von Kim Gordon und Jutta Koether im MAK – Museum für Angewandte Kunst zwischen dem 16. und 22. Mai. Ausgehend von einer Basisspur mit der zuvor aufgenommenen Stimme von Gordon kann in einem Zelt im „Do it yourself“-Prinzip musikalisch experimentiert werden. Im RadioKulturhaus Wien stehen gleich sieben Abende unter der „metaphorischen Schönheit von Baustellen“, wie es in der Ankündigung heißt. Auch hier werden dem Publikum landesspezifische Musik- und Filmentwicklungen präsentiert. Mit dabei sind Cinemage aus Japan, ToyPop aus England, Klangkunst aus Kanada, Elektromüll-DJs aus Belgien, AvantPop, RadioGuerilla, ArtFilm aus den USA und Deep Rock aus Frankreich. Am 23. Mai eröffnen Shelley Hirsch aus den USA und Phil Minton & Veryan Weston aus Großbritannien den bunten Reigen im Großen Sendesaal.

Die „Warhol Factory“ und ihr Umfeld wird in der Reihe „Walk on the Wild Side“ unter die Lupe genommen, am 31. Mai (19 Uhr) eröffnet die Ausstellung von Brenda Star West, die den Besuchern Einblicke in die fantastisch-hypnotische Welt der 60er-Jahre gewährt. Auf dem Programm stehen auch Performances des Warhol-Weggefährten John Giorno und des französischen Gitarristen Noel Akchote. Am 7. Juni findet ab 22 Uhr eine Andy Warhol Filmnacht statt, am 15. Juni wird „Walk on the Wild Side“ mit dem „Heumühlbogenfest“ beschlossen.

Dem Balkan widmet sich schließlich das Projekt „Imaginary Balkan“, das am 12. Juni mit einem Theaterabend der wiener wortstaetten „durch die Schluchten des Balkans“ führt. Nach einem Konzept von Hans Escher und Bernhard Studlar spielen Martin Müller-Reisinger und Heinz Weixelbraun in dem „Karl-May-Destillat“ im Restaurant „Beograd“ (auch 13.6., jeweils 21 Uhr). Im Anschluss feiert man eine „Balkan Party“ in der Schikaneder Bar, wo am 14. Juni auch die Kurzfilmnacht „Fokus Balkan“ stattfindet (21 Uhr). Auf dem Badeschiff am Donaukanal geht schließlich die „Imaginary Balkan Party“ mit Cicala mvta (Japan) und Va Fan Fahre (Belgien) über die Bühne. So ist nach den zahlreichen Erforschungen musiksoziologischer Entwicklungen auch Zeit zum „Chillen“.

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