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Raucher von Mindestpreisen unbeeindruckt

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Witzig: Trotz der Einführung der Mindestpreise für Zigaretten im Mai ist der Absatz im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Raucher lassen sich anscheinend von höheren Preisen die Lust auf den Dunst nicht verderben.

Die seit Mitte Mai geltenden Mindestpreise für Zigaretten haben Österreichs Raucher offenbar wenig beeindruckt. Laut einem Bericht des ORF von Dienstag, wurden im heurigen Mai mehr Zigaretten verkauft als im Mai des Vorjahres. Und das, obwohl die Preise für eine Packung Billig-Zigaretten seit 15. Mai um 0,55 Euro auf mindestens 3,25 Euro angehoben wurden.

Gesundheitsministerin Rauch-Kallat hatte die Anhebung der Preise mit dem Schutz der Jugend begründet. Sie sollten vor allem junge Raucher vom Glimmstengel-Konsum abhalten. Studien würden einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Tabakpreisen und dem Kaufverhalten von Jugendlichen belegen, hieß es Mitte Mai von Seiten des Gesundheitsministeriums. Eine Preissteigerung von einem Prozent bedeute einen Konsumrückgang von 0,5 Prozent bei Jugendlichen, erwachsene Raucher seien dagegen preisresistenter.

Bisher dürfte sich dieser Effekt noch nicht eingestellt haben. Zwar liegen noch keine endgültigen Zigaretten-Absatzzahlen für Mai vor, so der Bericht. Der Geschäftsführer des Trafikanten- Bundesgremiums, Rolf Gleißner, sprach in dem ORF-Beitrag aber von einem „geringfügigen Anstieg” beim Zigarettenverkauf im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das Gesundheitsministerium rechne nun damit, dass der „gewünschte Effekt bei der Zigarettenentwöhnung” etwas später eintrete, so der ORF-Bericht. Freuen dürfe sich bisher nur Finanzminister Karl-Heinz Grasser: Die Zigaretten-Preiserhöhung soll für höhere Steuereinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe sorgen.

Wenig begeistert vom Vorstoß der österreichischen Gesundheitsministerin ist Lazlo Kovacs, Steuer- und Zollkommissar der EU-Kommission. Er drohte bereits Mitte Mai mit der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens ab Juni.

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