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Raubzug durch Europa: "Beispiellos" brutale Bande gefasst

Das brutale Vorgehen der Bande versetzte die Bürger in Angst und Schrecken.
Das brutale Vorgehen der Bande versetzte die Bürger in Angst und Schrecken. ©APA/Helmut Fohringer
Die Polizei geht nach der Festnahme einer siebenköpfigen Einbrecherbande von weiteren kriminellen Mitgliedern im Familienclan und weiteren Verbrechen der Verdächtigen aus.
Fotos der Festgenommenen

Eine in der Vorwoche in Wien gefasste siebenköpfige Einbrecherbande hat laut Polizei neben einem Raubmord in Bayern eine Reihe von äußerst brutalen Überfällen auf Hausbesitzer in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Schweiz auf dem Kerbholz. Die in verschiedenen Ländern mehrfach vorbestraften Rumänen unternahmen Raubzüge bis in die Beneluxstaaten, sagte Franz Polzer, Chef des Landeskriminalamts Niederösterreich.

Die bedrohten, geschlagenen und malträtierten Opfer waren ältere Menschen, die den aggressiven Männern hilflos ausgeliefert waren, so Polzer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in St. Pölten. Eine Gegenwehr gegen die mit Knüppeln und Stichwaffen ausgerüsteten Eindringlinge war sinnlos. Die Beute an Schmuck und Bargeld war meist gering – in einem Fall 30 Euro. In Meiling bei Seefeld (Landkreis Starnberg) ließ ein 72-Jähriger nach zweitägigem Martyrium – der Schwerverletzte war mit seiner Frau in einer Abstellkammer eingesperrt – sein Leben. Im Raum Zürich kam es zu einem Vergewaltigungsversuch an einer 78-Jährigen.

“Beispiellose” Brutalität

Die Ermittler gehen davon aus, dass zumindest zwei bis drei weitere Mitglieder der Gruppe ausgeforscht werden – und auch davon, dass der Familienclan neben der laut Polizei mit Beweisen belegten Raubserie weitere Straftaten begangen hat. Vier der Festgenommenen gestanden die Straftaten – die brutale Vorgehensweise in Meiling bei Seefeld am 5. September bezeichnete ein Kriminalist aus Bayern als “beispiellos”. Die Bevölkerung sei zutiefst beunruhigt gewesen und nach der raschen Festnahme der Verdächtigen dementsprechend erleichtert.

Für Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigt der Ermittlungserfolg die hohe Professionalität der Polizei in allen Tätigkeitsfeldern – neben der Bewältigung der Migrationsströme -, was sich auch in sinkender Kriminalitätsrate niederschlage. Dazu komme die gute Zusammenarbeit mit dem Kriminalamt Bayern. Mikl-Leitner sprach ebenfalls von einer “äußerst brutalen” Tätergruppe, die ihre Opfer jeweils Stunden zuvor beobachtet und dann in der Nacht zugeschlagen habe. Die Einbrüche bedeuteten eine Traumatisierung für die Opfer. Daher sei eine Nachbetreuung in Zusammenarbeit mit dem “Weißen Ring” wichtig.

(APA, Red.)

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