Räuber setzte sich selbst außer Gefecht

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Der 51-jährige Mann schoss sich irrtümlich beim Laden seiner Waffe in einer Simmeringer Billa Filiale in die Hand - er flüchtete nach Hause, wo ihn seine Frau ins AKH und so ins Gefängnis schickte.

Ein geplanter Supermarkt-Überfall am Weihnachtstag ist für einen 51-jährigen Wiener gründlich daneben gegangen. Der Hilfsarbeiter stand schon in der Filiale und zog seine Waffe – da lief alles schief: Der altertümliche Revolver funktionierte erst nicht, dann löste sich versehentlich ein Schuss und verletzte den Räuber an der Hand. Den Weihnachtsabend verbrachte der Mann dann schon in Polizeigewahrsam, berichtete der Leiter der Kriminaldirektion 1, Dr. Ernst Geiger, am Montag.

Weil er Schulden hatte, sein Auto nicht mehr so recht fahren wollte und er noch Geld für die Weihnachtsfeiertage benötigte, soll sich Franz G. zum Überfall auf eine Billa-Filiale in der Kopalgasse in Simmering (-> Stadtplan) entschlossen haben. Im größten Einkaufstrubel, gegen 14.00 Uhr, stand er in dem Geschäft. Er wollte mit einem Revolver drohen, „aber da ist der Kipplauf aufgegangen“, erläuterte Geiger.

Während der 51-Jährige die Waffe wieder „scharf“ machen wollte, löste sich ein Schuss, der die linke Hand des Mannes durchschlug. Der verhinderte Räuber flüchtete, hinterließ aber eine Blutspur bis zu seinem Auto. Im Geschäft blieb der Vorfall unbemerkt. Zu Hause erzählte der wegen Raubes und Betrugs vorbestrafte 51-Jährige, er habe sich die Verletzung beim Auto Reparieren zugezogen. Weil die Wunde nicht aufhörte zu bluten, schickte ihn seine Frau mit der Rettung ins Spital.

Die Ärzte im AKH verständigten die Polizei. „Den Beamten hat der Verdächtige eine ’Raubersg’schicht’ aufgetischt“, so Geiger: Er sei als Supermarktkunde von einem unbekannten flüchtenden Räuber angeschossen worden. Nachdem die Kriminalisten die Blutspur und die im Auto liegende Waffe gefunden hatten, änderte sich die Geschichte: Die Verletzung habe er sich selbst beim “Üben“ für die Silvesterknallerei zugefügt, danach habe er noch Appetit auf eine Leberkäsesemmel vom Billa verspürt, ehe er ins Spital gefahren sei, so der Verdächtige. „Schließlich hat der Mann aber ein Geständnis abgelegt“, so Geiger.

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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