Rathausprojekt: Zukunftsperspektive für Jugend am Balkan

©RK
Am 29. Oktober 2009 stand im Wiener Rathaus die Jugend in Südosteuropa im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse des NGO-Netzwerks youthNET über Zukunftsperspektiven für junge Menschen am Balkan.

Expertinnen wie Silvia Nadjivan von der Universität Wien, Kristina Velkovska von Junior Achievement Young Enterprise (Brüssel), Regina Wiala-Zimm von der Stadt Wien sowie Gerhard Moßhammer vom Interkulturellen Zentrum diskutierten das Thema Zukunft für die Jugend am Balkan im Wiener Rathaus.

Wien ist europäischer Partner

Drei Jahre wurde im Rahmen des Projekts “youthNET – Creative Partnerships with SEE” die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen jungen Menschen aus den Ländern Südosteuropas vorangetrieben. Initiiert und umgesetzt wurde das Projekt vom Interkulturellen Zentrum in Wien. Auch die Stadt Wien unterstützt die Initiative: “Wien erfüllt dabei die wichtige Funktion einer Türöffnerin für den Balkanraum hin zur EU” so Gemeinderätin Tanja Wehsely. Gemeinsam mit Karl Ceplak, Landesjugendreferent für Wien, lud Wehsely die 40 aus den Balkanländern angereisten Jugendlichen zur “Nacht der Wiener Jugend” ein, um die Wiener Jugendeinrichtungen kennen zu lernen.

Jugend braucht Freiheit und Bildung

“In Serbien lebt eine Generation von Jugendlichen, die noch nie im Ausland war” betonte Jugendforscherin Nadjian. Dementsprechend bestehen mit dem beabsichtigten Wegfall der Sichtvermerkspflicht ab 1. Jänner 2010 für BürgerInnen einiger Balkanländer neue Chancen zu reisen und sich von Europa ein eigenes Bild zu verschaffen. Die Erwartungen der Jugend sind jedenfalls in der gesamten Region die selben. Man erwartet sich individuelle Freiheit, Bildungschancen und einen der Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz. Dazu konnten die zahlreichen Initiativen von youthNET bereits einen Beitrag leisten. Jugendprogramme in den Bereichen Friedens- und Umwelterziehung sowie Kultur wurden kreiert, die regionale Kooperation gestärkt und die Qualifizierung von Beschäftigten in der Jugendarbeit erhöht. Durch die Schulung im Projektmanagement konnten AbsolventInnen bereits in neuen Jobs Fuß fassen. Der größte Effekt dabei: nach Jahre des Krieges und des gesellschaftlichen Wandels ist eine junge Generation angetreten, Vorurteile zu überwinden und zukunftsorientiert zu arbeiten.

Regionale Kooperation

Gemeinsam mit Vereinen und Jugendorganisationen am Balkan wurden unterschiedliche Projekte von und für junge Menschen umgesetzt. Dabei ging es vor allem um eine Stärkung regionaler Kooperationen: “Viele Organisationen am Balkan pflegen intensive Kontakte zu Partnern aus der EU. Regionale, grenzüberschreitende Kooperationen dagegen passieren selten”, erklärt Daniela Mussnig vom Interkulturellen Zentrum. Wunsch der Organisatoren ist es, dass diese so entstandenen Partnerschaften auch in Zukunft fortgeführt werden: “Mit unserem neuen Projekt ‘Glocal Europe’ wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern am Balkan Jugendliche motivieren, als BürgerInnen aktiv zu werden und sich stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubringen”, so Mussnig. Gemeinsam mit Jugendorganisationen und Vereinen soll dazu bis Ende 2010 eine großangelegte Informationskampagne kreiert und umgesetzt werden.

Netzwerk für die Jugend

youthNET wurde als Netzwerk im Jahr 2001 vom Interkulturellen Zentrum ins Leben gerufen. Ziel ist es, Vereine, NGOs, JugendarbeiterInnen sowie politische Verantwortliche miteinander zu vernetzen. Insgesamt wurden im Rahmen des Netzwerkes bereits mehr als 150 verschiedene Aktivitäten, von Seminaren über Workshops, internationalen Konferenzen und Jugendbegegnungen, umgesetzt. Heute besteht das Netzwerk aus 28 Mitgliederorganisationen und soll weiter wachsen: “Unser geografischer Fokus liegt auf Südosteuropa, aber auch der Kaukasus soll in Zukunft stärker integriert werden” zeigt Daniela Mussnig die Ziele für die kommenden Jahre auf.

Quelle: RK

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