Rapid will "Rieder Festung" stürmen

Kommt in Hochform: "Jimmy" Hoffer
Kommt in Hochform: "Jimmy" Hoffer © APA
Der SK Rapid muss am Sonntag unbedingt die "Festung Ried" einnehmen - ansonsten ist die Meisterschaft wohl zugunsten von Red Bull Salzburg entschieden.

Vier Zähler liegen die Hütteldorfer hinter dem Spitzenreiter, der im Falle eines Heimsieges am Samstag gegen den LASK und einer Niederlage von Rapid am Sonntag im Innviertel schon zwei Runden vor Schluss als neuer Champion feststehen würde.

Trainer Peter Pacult zeigte sich allerdings optimistisch, dass die Entscheidung aufgeschoben wird. Selbst die imposante Heimbilanz der Rieder, die bei bisher zwölf Siegen und vier Remis als einzige Mannschaft in diesem Spieljahr vor eigenem Publikum noch ungeschlagen sind, flößt dem 49-Jährigen keinen allzu großen Respekt ein. “Seit ich bei Rapid bin, haben wir in Ried öfter gewonnen als verloren.”

Auch die jüngsten beiden Saison-Niederlagen in Ried in der Meisterschaft und im Cup sind für Pacult abgehakt. Entscheidender ist für den Wiener das Engagement, das seine Spieler derzeit an den Tag legen. “Nach dem Derby-Sieg ist bei uns eine Eigendynamik entstanden, die sich durch den Sieg gegen Salzburg noch verstärkt hat. Die Mannschaft ist locker drauf, trainiert aber trotzdem konzentriert. Es ist wichtig, dass wir unser Ziel – einen internationalen Startplatz – erreicht haben.”

Pacult weiß aber auch, dass es die Rieder seiner Truppe nicht leicht machen werden. “Uns ist in Ried noch nie etwas geschenkt worden. Ried ist ein sehr kompaktes Team, das mir gut gefällt, aber auch wir haben eine schöne Art, Fußball zu spielen.”

Die bisher letzte Heimniederlage der Innviertler datiert vom 26. April des Vorjahres – damals siegte Rapid als frischgebackener Meister durch einen Treffer von Erwin Hoffer in der letzten Runde mit 1:0. Dass der Torschütze von damals in der bevorstehenden Transferzeit für einige europäische Clubs zum Objekt der Begierde werden könnte, lässt Pacult kalt. “Damit beschäftige ich mich nicht. Alle Spieler haben einen Vertrag”, betonte der Coach, der sich nach der Partie unabhängig vom Ausgang mit seinem Rieder Gegenüber Paul Gludovatz auf ein Glas Wein zusammensetzen wird.

Gludovatz sieht sein Team als klaren Außenseiter. “Es würde mich freuen, wenn das Spiel lange eng bleibt. Gegen zwei solche Spitzen und dann noch dazu gegen so ein Mittelfeld, da heißt es warm anziehen”, meinte der Ex-ÖFB-Nachwuchscoach. An der Heimbilanz liegt Gludovatz nicht allzu viel. “Wir wollen den Heimrekord wahren, aber besondere Motivation ist das keine. Das ist auch kein Thema bei Spielbesprechungen.”

Für die Oberösterreicher wäre im Idealfall sogar noch eine Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation möglich, mit diesem Szenario will sich Gludovatz aufgrund des Fünf-Punkte-Rückstandes auf einen Europacup-Platz aber erst gar nicht beschäftigen. “Für uns sind die letzten drei Spiele sehr wichtig. So wie man die Meisterschaft beendet, so beginnt man sie auch, deswegen müssen wir voller Elan in die Partien gehen”, forderte der Burgenländer.

Vor Beginn der Frühjahrssaison hatte Gludovatz noch auf Rapid als Meister getippt, mittlerweile glaubt er nicht mehr daran, dass seine Prognose eintrifft. “Die Salzburger werden sich aufgrund ihrer spielerischen Qualitäten auf Kunstrasen wahrscheinlich durchsetzen.”

Zuspruch im Titelkampf erhielten die Hütteldorfer jedoch von Rapid-Legende Antonin Panenka. Der Tscheche traf den österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer während dessen Staatsbesuchs in Prag und erklärte dabei dem großen Rapid-Anhänger, dass er den Grün-Weißen im Saisonfinish die Daumen drückt.

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