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Rapid Wien-Sportchef verteidigte Djuricin: Geste erhitzte Gemüter

Rapid-Sportchef Bickel verteidigt Trainer Djuricin.
Rapid-Sportchef Bickel verteidigt Trainer Djuricin. ©APA/EXPA/SEBASTIAN PUCHER
Nach dem ÖFB-Cup-Match zwischen SV Mattersburg und Rapid Wien sorgte eine Geste von Trainer Goran Djuricin für Aufregung.  Djuricin griff sich nach Spielende sichtlich erzürnt mit dem Mittelfinger an den Kopf. Als bewusste Geste an den grün-weißen Anhang, der seit Wochen mit "Gogo raus"-Rufen seine Ablöse fordert, wollte er das aber nicht verstanden wissen.
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 “Ich wehre mich vehement dagegen, unsere eigenen Fans irgendwie zu beschimpfen. Das würde ich im Traum nicht machen”, betonte Djuricin in einer Rapid-Pressekonferenz. Es gebe keinen Grund, sich für irgendetwas zu entschuldigen. Einen genauen Grund für seine Handbewegung konnte Djuricin aber nicht nennen. “Die Partie war sehr hektisch. So etwas hineinzuinterpretieren ist aber traurig. Das ist eine Frechheit.”

Sportchef verteidigt Rapid Trainer Djuricin

Unterstützung erhielt der Chefcoach von Rapids Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel, der auch die auf Basis von TV-Bildern des ORF erfolgte Medienberichterstattung kritisierte. “Ich finde es boshaft – um nicht gleich zu sagen ekelhaft”, sagte der Schweizer über die Interpretationen der vermeintlichen Geste. “Es ist sich niemand sicher, was wirklich war. Für mich geht das in Richtung Rufschädigung.”

Bickel verlas vor versammelter Presse eine Erklärung, um zu verhindern, “dass mit mir auch die Emotionen durchgehen”, wie er erklärte. Er habe Djuricin nicht gefragt, ob er sich zu einer Geste habe hinreißen lassen, äußerte aber auch, dass er “auf menschlicher Basis ein gewisses Verständnis dafür hätte”. Den Fans könne die Handbewegung allerdings gar nicht gegolten haben, sei deren Sektor im Pappelstadion doch weit von der Szenerie entfernt gewesen.

Beschimpfungen vorn VIP-Tribüne

In Reichweite befand sich lediglich die VIP-Tribüne, von der Djuricin laut Bickel von der ersten Spielminute an schweren Beschimpfungen ausgesetzt gewesen sei. Das habe auch ihn erzürnt. Er habe noch nie in seinem Leben jemanden geschlagen, versicherte Rapids Sportchef. “Gestern musste ich mich sogar zusammennehmen, dass ich nicht auf die Tribüne raufgestürmt bin.”

Djuricins Vertrag läuft bis Saisonende. Zur Diskussion steht er zwar bei den Fans, die sportliche Führung stärkt ihm aber weiter den Rücken. “Ich habe eine unglaublich große Bewunderung für diesen Trainer, welchen Druck er wegsteckt”, sagte Bickel. “Für mich geht das über menschliche Kräfte hinaus.” Wenngleich auch er die Mechanismen des Fußballs kenne. Bickel: “Ich werde auch irgendwann einen Trainer freistellen müssen.” Das sei aber sicher nicht dann der Fall, “wenn Außenstehende, die nicht dahintersehen, es fordern”.

“Gogo raus”: Online Petition zum Rauswurf Djuricins

Mittlerweile äußert sich der Widerstand gegen den Coach auch in einer Online-Petition für seine Ablöse. “Ich kenne diese Unterwelt nicht”, sagte Djuricin. Er könne sich jeden Tag in den Spiegel schauen. “Du kannst nicht mehr tun als dauernd arbeiten. Mir ist es lieber, ich habe den Druck und es geht viel um mich, und dass die Mannschaft ihre Ruhe hat.” Ruhe sucht man im Umfeld von Rapid derzeit aber vergebens.

Alles, was mit der Mannschaft zu tun habe, die tägliche Arbeit auf dem Platz, mache ihm nach wie vor sehr, sehr viel Spaß, betonte Djuricin. “Alles andere ist jetzt zur Zeit richtig hart und macht mir keinen Spaß.” Er lasse sich aber nicht unterkriegen. “Es gibt für mich keinen guten und keinen schlechten Trainer. Es gibt nur einen erfolgreichen und einen nicht erfolgreichen.”

Zwar ist Rapid mit einem 2:0-Heimsieg gegen Spartak Moskau gut in die Europa League gestartet und nach dem Zittersieg in Mattersburg auch im Cup-Achtelfinale noch vertreten. In der Liga hinkt man als Tabellensiebenter nach acht Runden aber hinterher. In zwei von drei Bewerben sei man auf Kurs, meinte Djuricin. “In der Meisterschaft nicht, das wollen wir korrigieren.”

(APA/Red)

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