Rapid - Salzburg: Packender Schlagabtausch endet 2:2

Rapid-Kapitän Hofmann jubelt nach dem Anschlusstreffer
Rapid-Kapitän Hofmann jubelt nach dem Anschlusstreffer ©APA
Packendes Spitzenspiel in Wien: Rapid verwandelte im Schlager der siebenten Bundesliga-Runde im ausverkauften Hanappi-Stadion gegen Meister Salzburg einen 0:2-Pausenrückstand noch in ein 2:2-Unentschieden.
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Rapid-Trainer Peter Pacult setzte erstmals in einem Heimspiel in dieser Saison auf ein 4-2-3-1-System. Mit Nikica Jelavic begann nominell nur ein Stürmer in Grünweiß, Neuerwerbung Hamdi Salihi saß zu Beginn nur auf der Bank. Für das verletzte Innenverteidigerduo Patocka/Jovanovic liefen Ragnvald Soma und Hannes Eder auf. Bei den Salzburgern feierte Rabihou Afolabi sein Debüt im Salzburg-Dress.

Rapids Taktik stellte die Salzburger Abwehr zu Beginn vor große Probleme. Nach fünf Minuten fanden die Hütteldorfer bereits die erste hundertprozentige Torchance vor: Kapitän Steffen Hofmann tauchte nach einem Jelavic-Lochpass alleine vor Salzburg-Goalie Eddie Gustafsson auf, schoss den Schweden jedoch an.

Die Rapidler gingen aggressiver in die Zweikämpfe als der Meister und kamen zu weiteren Gelegenheiten. Nach einem Heikkinen-Solo fiel der Ball im Strafraum Christopher Drazan vor die Beine, seinen Schuss konnte Gustafsson parieren (11.). “Das Tor hätte ich machen müssen”, sparte Hofmann nach dem Spiel nicht mit Selbstkritik. Wenig später setzte der von Hofmann bediente Jelavic den Ball aus zehn Metern volley knapp neben das Tor (20.), in einer ähnlichen Situation verzog Hofmann selbst (28.).

Doch die Salzburger stellten binnen einer Minute den Spielverlauf auf den Kopf: Zwar verfehlte Alexander Zickler nach einer mißglückten Rapid-Abseitsfalle alleine vor Goalie Helge Payer das Tor um Zentimeter, kurz darauf gingen die Bullen aber in Führung. Somen Tchoyi vernaschte den ungeschickt attackierenden Eder und zog in den Strafraum, mangels Anspielstation schoss der Kameruner ins kurze Eck, wo Payer den (haltbaren) Ball passieren ließ – 1:0 für Salzburg. Nur Sekunden später jubelten die Gäste erneut: Der Slowake Svento schloss nach einer Janko-Vorlage direkt und trocken ab (39.) – 2:0 für Salzburg.

Die erste Möglichkeit fanden die Gäste vor: Ein 18-Meter-Freistoß von Christoph Leitgeb strich knapp übers Tor (48.). Um Zentimeter besser machte es auf der Gegenseite Steffen Hofmann. Der Rapid-Kapitän zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern genau ins Kreuzeck (57.) – 1:2. Große Aufregung kurz danach: Ibrahim Sekagya säbelte als letzter Mann den durchbrechenden Jelavic um, erhielt von Schiedrichter Gangl allerdings “nur” die Gelbe Karte.

Rapid tat sich in der Folge schwer, Druck aufzubauen. Die Salzburger verschleppten geschickt das Spiel und blieben im Konter gefährlich, Zickler traf mit einem Gewaltschuss die Latte (62.). Eine Standardsituation brachte schließlich den Ausgleich für die Wiener: Hofmanns Eckball landete über Umwegen bei Hamdi Salihi, der den Ball im Sitzen unter die Latte knallte – 2:2 (82.). Der zur Pause für Thonhofer eingewechselte albanische Nationalspieler traf damit gleich bei seinem ersten Einsatz für die Hütteldorfer.

Der Ausgleich war der Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase: Erst rettete Salzburg-Schlussmann Gustafsson mit einer Glanzparade gegen Jelavic (86.), dann scheiterte Salihi ebenso an der Stange wie Pokrivac auf der Gegenseite. Es blieb beim für die Salzburger glücklichen 2:2-Remis.

Obwohl die Salzburger in der zweiten Halbzeit den Druck aus dem Rapid-Spiel nehmen konnten, kassierten sie den Ausgleich. Rapid agierte über die ganze Spielzeit engagiert und motiviert, aber unkonzentriert im Strafraum – sowohl im eigenen als auch im gegnerischen. Im Angriff vergaben die Wiener gleich mehrere Sitzer, in der Verteidigung ließ man den Gegenspielern in den entscheidenden Situationen zu viel Platz.

Eddie Gustafsson (Salzburg): “Wenn wir 2:0 vorne sind, müssen wir das Spiel gewinnen. In der zweiten Halbzeit sind wir zu tief gestanden.”

Steffen Hofmann (Rapid): “Es war wichtig, dass wir den Anschlusstreffer schnell machen. Wir hätten nie in Rückstand geraten dürfen, haben zu viele Chancen ausgelassen. Bei den Gegentoren waren wir zu schläfrig. Wir haben heute zwei Punkte verschenkt.”

Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Wir haben 37 Minuten großartigen Fußball gespielt. Bei den Gegentoren hatten wir ein kollektives Blackout. Nach dem Pausenrückstand war es wichtig, in der Kabine ruhig zu bleiben. Insgesamt hat die Mannschaft eine Superleistung geboten, wir hätten eigentlich gewinnen müssen.”

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): “Wenn es nach 10 Minuten 4:0 für Rapid steht, dürfen wir uns auch nicht beschweren. In der ersten halben Stunde waren wir nicht auf dem Platz. Natürlich kann man nicht zufrieden sein, wenn man 2:0 voran ist und noch den Ausgleich kassiert. Aber über 90 Minuten gesehen müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.”

SK Rapid Wien – Red Bull Salzburg 2:2 (0:2)
Hanappi-Stadion, 17.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Thomas Gangl

Tore: 0:1 (38.) Tchoyi, 0:2 (39.) Svento, 1:2 (58.) Hofmann (Freistoß), 2:2 (84.) Salihi

Rapid: Payer – Dober, Eder (83. Kavlak), Soma, Katzer – Thonhofer (46. Salihi), Heikkinen, Hofmann, Pehlivan, Drazan (60. Boskovic) – Jelavic
Salzburg: Gustafsson – Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer – Tchoyi, Leitgeb (87. Augustinussen), Zickler (85. Nelisse), Pokrivac, Svento (93. Vladavic) – Janko

Gelbe Karten: Heikkinen bzw. Ulmer, Sekagya, Augustinussen
Die Besten: Heikkinen, Hofmann, Soma bzw. Gustafsson, Tchoyi, Leitgeb

Martin Ucik

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