AA

Rapid lässt schwachen Riedern keine Chance

Markus Katzer und Christopher Drazan jubeln über das 1:0
Markus Katzer und Christopher Drazan jubeln über das 1:0 ©APA
Rapid Wien gewann das Heimspiel gegen die SV Ried trotz 40 Minuten Unterzahl mit 1:0. Das Goldtor für die Hütteldorfer erzielte Markus Katzer per Kopf.

Wieder einmal hatte Rapid-Trainer Peter Pacult Überraschungen parat: Christopher Drazan und Rene Gartler spielten von Beginn an, der Ex-Rieder Hamdi Salihi und Veli Kavlak mussten auf die Bank.

Bereits nach zwei Minuten hatten die Rieder die erste Möglichkeit. Einen abgefälschten Freistoß von Herwig Drechsel zauberte Rapid-Goalie Helge Payer gerade noch aus dem Eck. In Führung gingen allerdings die feldüberlegenen Hütteldorfer durch einen Kopfball-Heber von Markus Katzer nach Flanke von Jürgen Patocka (11.).

Mit dem frühen 1:0 für Rapid verkehrte sich die erwartete Spielanlage. Die Konterspezialisten aus dem Innviertel waren nun im Spielaufbau gefordert, während die Wiener ihrerseits auf schnelle Gegenangriffe hofften. Die neue Rollenverteilung schien beiden Mannschaften nicht so recht geheuer zu sein, einerseits fehlten den Riedern die Ideen, andererseits trugen die Rapidler ihre Konter halbherzig und teilweise zu eigensinnig vor.

Die besten Gelegenheiten vergaben kurz vor dem Seitenwechsel Branko Boskovic, der einen Kopfball aus wenigen Metern ebenso über die Latte setzte wie auf der Gegenseite Nacho einen Fallrückzieher.

Die Rapidler kamen deutlich aggressiver aus der Kabine und hatten die erste Großchance unmittelbar nach Wiederbeginn: Gartler ließ Stocklasa im Strafraum mit einem Haken aussteigen, verfehlte das lange Eck jedoch um Zentimeter.

Kurz darauf stand Gartler erneut im Mittelpunkt. Schiedrichter Thomas Einwaller zeigte dem Rapid-Stürmer die rote Karte – warum, das wusste wohl nur der Mann mit der Pfeife selbst. Gartler hatte einen Zweikampf mit Stocklasa gewonnen und ging auf und davon, der Rieder ließ sich theatralisch fallen. Schiri Einwaller fiel darauf herein und lieferte damit die bisher wohl kurioseste Fehlentscheidung der Saison (55.).

Rapid-Trainer Pacult reagierte auf die Unterzahl und wechselte Stefan Kulovits für Drazan. Auch mit einem Mann mehr taten sich die Innviertler schwer in der Spieleröffnung, versuchten es zumeist mit Flanken aus dem Halbfeld, die die grünweiße Verteidigung kaum in Verlegenheit bringen konnten.

Gegen Ende entglitt dem überforderten Schiedsrichter die Partie völlig, es reihte sich ein Fehlpfiff an den anderen. Zumindest ersparte sich Einwaller eine spielentscheidende Fehlentscheidung, auch wenn er in der Nachspielzeit dem eingewechselten Huspek Gelb-Rot zeigte – diesmal nicht unrichtig.

Die großteils enttäuschenden Rieder hatten bis zum Ende keine klare Torchance mehr. Rapid feierte gegen “Angstgegner” Ried letztlich einen verdienten 1:0-Heimsieg, die Oberösterreicher mussten im Hanappi-Stadion die erste Niederlage nach sieben Bewerbsspielen hinnehmen.

Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Wir haben heute kein gutes Heimspiel gemacht. Der Gegner hat aber auch nicht sehr viele Chancen vorgefunden. Durch den Ausschluss war plötzlich etwas Hektik in der Partie.”

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): “Rapid war heute in der Defensive sehr stark. Da braucht man schon besondere Qualitäten, um ein Tor zu machen. Das ist uns heute leider nicht gelungen.”

Martin Stocklasa (Ried-Verteidiger, zur Tätlichkeit von Gartler, die mit Rot geahndet wurde): “Das war keine Rote Karte. Ich hätte sie nicht gegeben, es war keine Tätlichkeit. Ich habe aber nicht geschauspielert, er hat mich im Gesicht getroffen. Aber das war eine natürliche Bewegung, er wollte sich lösen.”

Fußball-Bundesliga (14. Runde)
SK Rapid Wien – SV Ried 1:0 (1:0)
Wien, Hanappi-Stadion, 16.300, SR Einwaller

Tor: 1:0 (12.) Katzer

Rapid: Payer – Dober, Soma, Patocka, Katzer – Hofmann, Pehlivan, Boskovic (78. Trimmel), Drazan (59. Kulovits) – Jelavic (92. Jovanovic), Gartler
Ried: Gebauer – Stocklasa, Glasner, Burgstaller – Hadzic (76. Huspek), Mader, Schrammel (83. Rajic) – Lexa, Drechsel, Nacho – Nuhiu (67. Jonathan)

Rote Karte: Gartler (56./Tätlichkeit)
Gelb-Rot: Huspek (92./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Katzer bzw. Stocklasa, Burgstaller, Schrammel
Die Besten: Hofmann, Soma bzw. Glasner, Nacho

Tabelle nach den Samstag-Spielen der 14. Runde:
  1. Red Bull Salzburg         14  8  4  2  31 : 15  28
  2. Rapid Wien                13  8  3  2  30 : 11  27
  3. Sturm Graz                13  8  3  2  23 : 10  27
  4. FK Austria Wien           14  8  2  4  26 : 17  26
  5. SV Josko Ried             14  5  5  4  20 : 15  20
  6. LASK Linz                 13  4  3  6  31 : 31  15
  7. SC Wr. Neustadt           14  4  3  7  19 : 28  15
  8. SV Mattersburg            14  5  0  9  16 : 28  15
  9. Kapfenberger SV Superfund 13  3  2  8   8 : 23  11
 10. SK Austria Kärnten        14  1  3 10  13 : 39   6
 
  • VIENNA.AT
  • Fußball
  • Rapid lässt schwachen Riedern keine Chance
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen