Rapid holt 1:1 bei Celtic Glasgow

©APA
In einem kampfbetonten Spiel holte Rapid ein glückliches 1:1-Remis bei Celtic Glasgow. Jelavic hatte die Wiener in Führung gebracht, den Schotten gelang aber durch McDonald der verdiente Ausgleich.
Spielszenen aus Glasgow

Vor dem Spiel war von der “Hölle von Glasgow” die Rede, was sich allerdings – zum Glück – als Boulevard-Phantasie entpuppte. Der Celtic Park war nicht einmal ausverkauft – den 2.500 stimmgewaltigen Rapid-Fans saßen etwa 50.000 Schotten gegenüber.

Der wieder fitte Jürgen Patocka rückte für Hannes Eder in die Innenverteidigung, mit Solospitze Nikica Jelavic vor einem Fünfer-Mittelfeld setzte Rapid-Coach Peter Pacult auf das Rezept, das gegen den HSV funktioniert hatte. Und Rapid hatte gleich eine kalte Dusche für die Schotten parat: Steffen Hofmann schickte mit einem Idealpass Nikica Jelavic, und der Spezialist für Blitztore schloss trocken ins lange Eck ab – 1:0 für die Wiener nach drei Minuten!

Celtic antwortete mit wütenden, aber kaum strukturierten Angriffen. Die Schotten spielten enormes Pressing, Rapid stand zu tief, konnte sich nur selten befreien. Ein Geschenk der Gäste ermöglichte den Hausherren den Ausgleich: Einen furchtbar schlechten Pass von Andreas Dober auf Ragnvald Soma erwischte Scott McDonald vor dem als letzter Mann agierenden Norweger, zog in den Strafraum und ließ Helge Payer mit einem Flachschuss keine Chance – 1:1 (22.).

Rapid präsentierte sich in der Folge fahrig und wenig ballsicher gegen die aggressiven und beweglichen Schotten. Celtic drückte dem Spiel mit enormem Einsatz seinen Stempel auf, Patocka konnte einen McGeady-Schuss gerade noch ins Torout abfälschen (34.), McManus’ Kopfball landete haarscharf neben dem Tor (42.).

Entlastungsangriffe der Wiener blieben selten, Gefahr strahlte nur Kapitän Hofmann aus, der einen Fernschuss aus 20 Metern etwa einen Meter am Kreuzeck vorbei setzte (28.) und mit einem Freistoß an Celtic-Goalie Boruc scheiterte (40.).

Die zweite Halbzeit begann mit einer Doppelchance für Celtic: Der starke Maloney scheiterte allein an Payer, den Nachschuss von Samaras kratzte Soma von der Linie. Caldwell setzte einen Schuss aus kurzer Distanz wenig später neben das Tor. Doch nach etwa einer Stunde war es mit dem großen Druck der Schotten vorbei – die für das Pressing erforderlichen weiten Laufwege der “Bhoys” aus Glasgow machten sich nun bemerkbar. Rapid konnte das Spiel offener gestalten, ohne gefährlich zu werden.

Die Partie blieb in der Folge Hausmannskost, große Chancen oder nennenswerte Aktionen gab es bis zum Schlusspfiff nicht mehr. Die Hütteldorfer verließen den Celtic-Park nach dem Unentschieden als Tabellenführer der Gruppe C der Europa League, da der HSV das Parallelspiel gegen Tel Aviv mit 4:2 für sich entschied.

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): “Ich denke, dass wir mit dem Spiel und mit vier Punkten nach zwei Spielen zufrieden sein können. Wir haben sogar Chancen auf den Sieg gehabt. Es ist verrückt, wenn man nach Glasgow fährt und sagt, wir wären Favorit. Wir haben ein Spiel gegen den HSV gewonnen, und ganz Österreich glaubt, wir gewinnen die Europa League. Wir haben nun zwei sehr schwierige Spiele gegen Tel Aviv, da weiß niemand, wo wir genau dran sind.”

Zum Fehler von Andreas Dober, der zum 1:1 führte: “Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Heute ist ein Fehler passiert. Es waren noch welche da, die das hätten ausbessern können, aber das ist leider nicht passiert.”

Nikica Jelavic (Rapid-Torschütze): “Ein Punkt ist gut für uns, wir sind Tabellenführer. Es ist wichtig, dass wir nicht verloren haben. Das nächste Spiel ist aber wieder sehr wichtig. Man muss immer so auftreten wie in diesem Spiel.”

Peter Pacult (Rapid-Trainer): “Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch mit der Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben. Die Mannschaft hat von Anfang an den Kampf und das Tempo angenommen, dabei hat uns die schnelle Führung geholfen. Der Punkt ist sehr verdient. So eine Situation wie beim Gegentor schreibe ich der Lässigkeit von Dober zu. Solche Aussetzer passieren ihm leider öfter. Damit hat er auch die Mannschaft verunsichert. Was die Aufstiegschancen betrifft, fange ich jetzt nicht zu rechnen an. Wir haben noch vier schwere Spiele.”

Tony Mowbray (Celtic-Trainer): “Ich bin frustriert, aber so ist Fußball. Rapid ist hinten sehr gut gestanden. Und wenn eine Kontermannschaft das erste Tor schießt, dann wird es schwierig. Wir haben aber bewiesen, dass wir Rapid in Wien Probleme bereiten können. Wir haben noch immer Chancen auf den Aufstieg.”

Fußball-Europa League – Gruppe C, 2. Runde
Celtic Glasgow – SK Rapid 1:1 (1:1)
Celtic Park, 55.000, SR Bruno Miguel Duarte Paixao (POR)

Torfolge: 0:1 ( 3.) Jelavic, 1:1 (21.) McDonald

Celtic: Boruc – Wilson, Caldwell, McManus, Fox – McGeady (82. McGinn), Brown, N’Guemo (81.Robson), Maloney (81. Killen) – McDonald, Samaras
Rapid: Payer – Dober, Patocka, Soma, Katzer – Kavlak, Heikkinen, Hofmann, Pehlivan, Boskovic (63. Drazan) – Jelavic

Gelbe Karten: N’Gueme bzw. Pehlivan, Kavlak
Die Besten: McGeady, N’Guemo bzw. Patocka, Heikkinen

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