Rapid greift gegen Minsk nach 5. Sieg in EL-Gruppenphase

Flügelflitzer Schobesberger erlitt Rissquetschwunde
Flügelflitzer Schobesberger erlitt Rissquetschwunde
Der SK Rapid greift am Donnerstag (19.00 Uhr/live Puls 4, Sky) nach dem fünften Sieg im sechsten Spiel der laufenden Gruppenphase in der Fußball-Europa-League. Drei Punkte im abschließenden Heimspiel gegen Dinamo Minsk würden nicht nur ein erfolgreiches Europacup-Jahr krönen, sondern auch die Chance auf Platz eins in Gruppe E bedeuten.


Allerdings sind die Hütteldorfer in dieser Hinsicht auf fremde Hilfe angewiesen. Sollte Villarreal das Parallelspiel auswärts gegen Viktoria Pilsen gewinnen, wäre aufgrund des verlorenen direkten Duells mit den Spaniern auch ein Kantersieg gegen Minsk zu wenig.

Wenn es mit Platz eins nicht klappen sollte, würde dies nichts an der Zufriedenheit von Trainer Zoran Barisic über den schon länger fixierten Aufstieg ins Sechzehntelfinale ändern. “Wenn wir Erster werden sollten, wären wir überglücklich, aber wir freuen uns auch über den zweiten Platz”, betonte Barisic und ergänzte im Hinblick auf das Fernduell mit Villarreal: “Wir haben es nicht in der eigenen Hand und müssen zuerst einmal unsere Hausaufgaben erledigen.”

Seine Mannschaft gilt gegen das Schlusslicht der Gruppe als Favorit, trotzdem warnte der Coach eindringlich vor dem weißrussischen Vizemeister: “Das ist eine zweikampf- und konterstarke Mannschaft. Wir müssen höllisch aufpassen.”

Doch nicht nur der Gegner, auch die eigene Personalsituation bereitet Barisic Kopfzerbrechen. Zu den zahlreichen prominenten Ausfällen wie Louis Schaub, Jan Novota oder Christopher Dibon gesellte sich am Mittwoch auch noch Philipp Schobesberger – der Flügelspieler steht wegen einer Rissquetschwunde am Rist nicht zur Verfügung. Außerdem ist Stefan Stangl wegen Wadenproblemen fraglich.

Dennoch zeigte sich Barisic optimistisch: “Die Ausfälle schmerzen extrem, aber die Mannschaft hat es im Herbst immer wieder geschafft, so etwas zu kompensieren.” Der Siegeswille sei trotz der vielen Verletzten ungebrochen. “Meine Spieler sind topmotiviert und werden alles geben, um ein gutes Spiel abzuliefern und zu gewinnen.”

Dabei helfen könnte die Publikumsunterstützung. Bis Mittwochnachmittag waren über 31.000 Tickets abgesetzt, die Clubverantwortlichen hoffen auf bis zu 34.000 Fans. “Vor über 30.000 zu spielen, ist nicht selbstverständlich und eine zusätzliche Motivation”, erklärte Barisic.

Allein schon wegen des großen Zuschauerinteresses werde seine Mannschaft in Gedanken nicht schon beim Sonntag-Spiel in Salzburg sein, versprach der Rapid-Betreuer. “Wenn über 30.000 im Stadion sind und wir an Salzburg denken, sind wir fehl am Platz. Das Spiel gegen Dinamo Minsk steht im Vordergrund, über Salzburg unterhalten wir uns nach diesem Match.”

Zuversichtlich stimmt Barisic die Tatsache, dass seine Truppe in dieser Saison auf internationaler Ebene stets ansprechende Auftritte hinlegte. In der Liga gab es hingegen einige Ausreißer nach unten. “Es ist eben etwas anderes, ob man auswärts gegen Ajax Amsterdam oder Grödig spielt”, meinte Barisic und begründete die nationalen Fehltritte auch mit den vielen Verletzten und den zahlreichen Bewerbspartien im Herbst.

Dieser Meinung war auch Steffen Hofmann, der sich zwar über viele unnötige Punkteverluste in der heimischen Meisterschaft ärgerte, aber auch die jüngsten internationalen Erfolge hervorhob. “Das ist der beste Europacup-Herbst, seit ich bei Rapid bin. Seither haben wir es noch nie geschafft, in einem europäischen Bewerb zu überwintern”, sagte der seit 2002 bei Grün-Weiß engagierte Deutsche vor seinem 66. Europacup-Match und sprach auch mit Blick auf das starke Frühjahr von einem “außergewöhnlichen Jahr 2015”.

Allein die Europacup-Erfolge in diesem Jahr bescherten Rapid bisher UEFA-Prämien von 7,59 Millionen Euro. Bei Gruppenplatz eins würden noch einmal 250.000, bei einem Sieg über Minsk 360.000 Euro dazukommen. Außerdem müsste Rapid in diesem Fall nur noch einen Europacup-Sieg im Frühjahr landen, um für Österreich den fünften Europacup-Startplatz 2017/18 zu sichern.

Dinamo Minsk peilt im letzten Spiel der Fußball-Europa-League-Gruppe E einen versöhnlichen Abschied vom internationalen Bewerb an. Die Weißrussen sind zwar schon vor der Partie in Wien gegen Rapid fix ausgeschieden, könnten aber noch Endrang drei erreichen, wenn sie im Happel-Stadion mehr Punkte holen als Viktoria Pilsen im Heimmatch gegen Villarreal.

“Wir möchten uns noch einmal von unserer guten Seite zeigen”, erklärte Trainer Vuk Rasovic. Die vielen Ausfälle bei Rapid könnten ihm dabei in die Karten spielen. “Aber ich weiß nicht, ob das ein Vorteil für uns ist. Rapid hat viele gute Spieler”, sagte der 42-jährige Serbe.

Während Rapid seit Wochen im Dauerstress ist, absolvierte Dinamo das bisher letzte Pflichtspiel am 30. November. “Das ist kein Nachteil für uns. Wir haben uns lange und seriös auf diese Partie vorbereitet”, meinte Rasovic.

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