Rapid-Fans setzen Support fort: "Unerträglich den Verein derart zerstört am Boden liegen zu sehen"

Die Rapid-Fans beenden ihren Stimmungsboykott für die kommende Fußball-Saison.
Die Rapid-Fans beenden ihren Stimmungsboykott für die kommende Fußball-Saison. ©APA
In den nächsten Tagen startet der SK Rapid Wien in die neue Saison, davor warten noch Gegner wie LASK Linz (1. Runde im Cup) und Paris St. Germain (Freundschaftsspiel). Nun meldeten sich die Rapid-Fangruppierungen zu Wort und teilen das Ende ihres Stimmungsboykotts mit: "Wir wollen Alles uns Mögliche dazu beitragen, um den SK Rapid als Ganzes wieder zu stärken".
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In der vergangenen Saison hatten die Rapid-Fans nicht viel zu lachen: In der Meisterschaft blieb man 25 Punkte hinter Meister Austria Wien, ging neun Spiele in Folge sieglos vom Platz,  im ÖFB-Cup scheiterte man an Drittligist FC Pasching im Viertelfinale und in der Europaleague-Gruppenphase mussten die Hütteldorfer fünf Niederlagen hinnehmen.

Unzufriedenheit im Hanappi Stadion

Im Dezember 2012 kam der neue Sportdirektor Helmut Schulte nach Wien, viele der Fans freuten sich über einen eventuellen Aufschwung und Veränderungen in der Einkaufspolitik. Die erste richtige Amtshandlung war jedoch die verfrühte Vertragsverlängerung mit dem damaligen Trainer Peter Schöttel, der nur zwei Monate später (am 17. April 2013), beurlaubt wurde. Seit dem hält Zoran Barisic die Ruder in der Hand und schloss die Saison als Tabellendritter ab. Der große Traum in der Championsleague zu spielen, war somit geplatzt.

Den Fans reichte es endgültig. Nach neun sieglosen Spielen in Folge im und einer Demonstration im April 2013 vor dem Hanappi Stadion gegen die Vereinsführung wollte einfach keine Stimmung mehr aufkommen. Statt motivierender Plakate war auf der West-Tribüne nurnoch “Vorstand Raus!”, “Alle schuldig, alle raus” zu lesen. Der aktive Support wurde von den Rapid-Fans wegen großer Unzufriedenheit mit dem Vorstand beendet, auf den Rängen blieb es still.

Aussendung der Rapid-Fans im Wortlaut

Nun meldeten sich die Fans kurz vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison zu Wort: “[…] Das erste Opfer war Trainer Peter Schöttel, der in einem Geniestreich wenige Monate zuvor vorzeitig einen neuen Vertrag erhielt. Das Theater um Schöttel kann wohl stellvertretend für die Überforderung der handelnden Personen gesehen werden und mit Sicherheit war die Hoffnung bei der Vereinsleitung groß, nach dem Rauswurf des Trainers etwas aus der Schusslinie gekommen zu sein. Weit gefehlt…Die Proteste blieben aufrecht, vor allem Werner Kuhn als Wirtschaftsverantwortlicher kam immer mehr unter Druck. Dem Präsidium wurden knapp 800 Unterschriften von Vereinsmitgliedern übergeben, im September muss daher eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden.

Präsident Edlinger wurde offensichtlich endlich klar, dass die Zukunft des Vereins nicht nebenbei abgehandelt werden kann und er rief eine Reformkommission ein, in der unter anderem zwei Faninitiativen vertreten sind. Das ist ein sehr großer Fortschritt und wäre ohne die Demo und jeden von euch nicht möglich gewesen!

Die Ist-Situation wird dadurch natürlich in keinster Weise verbessert, denn unsere Rapid liegt am Boden wie schon lange nicht. Nachdem allein die Präsidentennachfolge so kurz vor Amtsende noch so weit entfernt scheint und der wahrscheinlichste Kandidat mittlerweile abgelehnt hat, dürfte einiges im Argen liegen. Vor kurzem wurde zudem bekannt, dass es heuer keine nennenswerten Verstärkungen mehr geben wird. Offensichtlich ist der SK Rapid einfach pleite und das Budgetloch klafft größer als befürchtet. All diese Dinge sind natürlich sehr hinderlich, um neue Sponsoren zu finden, wer will schon Geld in einen Totalschaden investieren.

Rapid-Fans nehmen Support wieder auf

Für die Fans von Rapid sei es unerträglich, ihren geliebten Verein derart zerstört am Boden liegen zu sehen. Deshalb wolle man alles Mögliche dazu beitragen, um den SK Rapid als Ganzes wieder zu stärken.

Wir wollen vor allem unserer jungen Mannschaft helfen, die jetzt den Scherbenhaufen der unfähigen Vereinsverantwortlichen wegräumen muss. Wir müssen mit dieser Mannschaft die Qualifikation für den Europacup schaffen, denn wer weiß schon was passiert, wenn wir auch dieses im Budget eingeplante Geld im Winter nicht haben. Die aktive Fanszene von Rapid Wien hat daher beschlossen, den Stimmungsboykott zu beenden. Edlinger, Kuhn & Co.: Wir singen nicht für euch und auch nicht, weil wir plötzlich harmoniebedürftig sind. Wir sind brennhaß“, schreiben die aktiven Fans vom Block West und der Ostrtibühne in ihrer Aussendung weiter.

Zwar darf man sich jetzt wieder über einen lautstarken Support der Rapid-Fans freuen, den sicher viele im Hanappi Stadion in den vergangenen Monaten vermisst haben, doch die finanzielle Situation bleibt prekär und angespannt.

(JMA)

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